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Wie finde ich den richtigen Yogalehrer?
Bild: Focus on Yoga | Simone Leuschner

Wie finde ich den richtigen Yogalehrer?

Von Katharina Goßmann

Es gibt sie mittlerweile wie Sand am Meer in jeder Variante, alt, jung, dick, dünn, und manchmal leider auch doof. Immer wieder werden wir gefragt, wie man die richtige oder den richtigen YogalehrerIn findet. Wir verstehen das, denn diese Person soll dir schließlich helfen, ein Leben ein wenig oder ganz viel zum Besseren zu wenden.

Wie findest du also die- oder denjenigen, dem du absolut vertrauen kannst, der deine Entwicklung über Jahre hinweg begleitet, der dich fordert, aber nicht überfordert, der das sieht, was du andir noch nicht wahrnehmen kannst und das annimmt, was du an dir noch nicht akzeptieren kannst?

1. Geh in dich: Was brauchst du wirklich?

Überleg dir, wie oft du wirklich Yoga machen willst und welchen Yogastil du gerne praktizieren möchtest. Wir alle haben Idealvorstellungen im Kopf: „Ab morgen stehe ich um 4.30 Uhr auf, und dann meditiere ich zwei Stunden!” ist bei den wenigsten Yoga-Anfängern ein realistisches Ziel. Viele Yoga-Neulinge wählen etwa einen dynamischen Stil, weil sie abnehmen wollen, obwohl sie sich eigentlich nach einem sanften, speziell auf Frauen ausgerichteten Yogastil sehnen. Sei ehrlich mit dir und realistisch, was deine Zeit- und Energieressourcen angeht. Du kannst den richtigen Lehrer nicht finden, wenn du dich nicht ehrlich mit deinen Bedürfnissen auseinandersetzt.

2. Probier es aus: Teste verschiedene Yogalehrer und -studios aus

Falls du noch keine konkrete Vorstellung davon hast, was du willst und brauchst: Probier einfach alle möglichen Yogastudios und Yogalehrer aus, auch im Urlaub, auf Geschäftsreisen, wenn du Freunde in einer anderen Gegend besuchst. Wenn du vorurteilsfrei in deren Probestunden gehst und darauf hörst, was dein Körper und dein Geist dir sagen, wirst du jede Menge darüber lernen, was dir guttut, was dir widerstrebt, eventuell sogar schadet. Achte vor allem darauf, wie es dir nach der Stunde geht – fühlst du dich erfrischt und klar, erschöpft und schlecht gelaunt oder hast du dich sogar verletzt?

Hinweis: Eine gute Yogalehrerin wird dich niemals zu einer Asana zwingen, die du dir noch nicht zutraust, oder dich tiefer in eine Position hineindrücken, wenn du das nicht willst. So schön es ist, wenn eine neue Haltung gelingt: Im Yoga geht es nicht um körperliche Leistungen, sondern um einen liebevollen, heilenden Kontakt mit dem eigenen Körper und eine befreiende und stärkende Erweiterung der eigenen Grenzen.

3. Recherchiere und informier dich

Finde – mithilfe der Internets, befreundeter Yogis, deines Arztes oder Heilpraktikers – alles über die Yogalehrer in deiner Umgebung heraus. Überlege, ob die Unterrichtszeiten zu deinem Alltag passen, wie leicht die Yogastunden erreichbar sind, wie viel der Unterricht kostet. Denn ob eine Lehrerin dich über Jahre begleiten wird, hängt auch davon auf, wie einfach du den Unterricht in deinen Alltag integrieren kannst.

4. Tritt mit potenziellen Lehrern in Kontakt

Scheue dich nicht, Yogalehrer oder -studios anzurufen oder zu besuchen. Jeder gute Yogalehrer wird ein Interesse daran haben, neue Schüler zu beraten und zu informieren. Yogaschulen sind oft telefonisch schlecht zu erreichen – bleib trotzdem dran, schreib eine Mail, sprich auf den Anrufbeantworter. Eine professionell arbeitende Yogalehrerin nimmt deine Anfrage ernst und meldet sich!

Hinweis: Bei einem guten Yogalehrer ist es immer möglich, eine Probestunde zu machen, bevor du dich für einen längerfristigen Kurs anmeldest.

5. Frag nach und prüfe die Fakten

Vergiss nicht, die harten Fakten zu prüfen: Welche Ausbildung(en) hat die Lehrerin oder der Lehrer ? Wie bildet er sich fort? Wie lange praktiziert er schon, wie viel Erfahrung im Unterrichten hat er? Wie reagiert er auf Fragen zu yogaphilosphischen Themen? Wie kompetent wirkt sie, wenn du anatomische Fragen stellst? Ermutigt sie dich zu Fragen?

Es ist nicht entscheidend, ob der Lehrer eine von einem Berufsverband anerkannte Ausbildung hat (etwa vom BDY oder vom BYV) – es gibt einige tolle Ausbildungen außerhalb der großen Verbände und ganz wunderbare Lehrer, die nie eine offizielle Yogalehrer-Ausbildung durchlaufen haben. Diese Fragen werden dir aber viele Informationen dazu liefern, wie authentisch und engagiert und liebevoll der Lehrer seinen Yogaweg geht – und damit auch, wie kompetent, engagiert und liebevoll er dich auf deinem Weg begleiten kann.

6. Lass dich ausfragen: Ein guter Yogalehrer will alles wissen

Eine gute Lehrerin wird dir bei deiner ersten Stunde etliche Fragen stellen. Fragen zu einer eventuell bestehenden Schwangerschaft, gesundheitlichen Problemen und Verletzungen etwa sind Pflicht. Ein guter Yogalehrer fragt aber auch nach sportlicher bzw. Yoga-Vorerfahrung und gibt grundlegende Regeln mit (bei unregelmäßiger Atmung in die Position des Kindes gehen, achtsam mit dem eigenen Körper umgehen, mit der Aufmerksamkeit auf der eigenen Matte bleiben etc.).

7. Hab Spaß!

Eine grundlegende Regel der menschlichen Psyche besagt: Was keinen Spaß macht, wird möglichst vermieden. Wenn der Yogalehrer alle kritischen Fragen mit Bravour bestanden hat, sein Studio günstig liegt und die Unterrichtszeiten gut in deinen Alltag passen, du aber keinen Spaß an seinem Unterricht hast – such weiter! Das Leben ist zu kurz, um es mit freudlosen Aktivitäten zu verschwenden. Irgendwo wirst du einen Lehrer finden, dessen Unterricht dir ebenso guttut und dir gleichzeitig wirklich Freude bereitet.

Achtung: Wenn du die Stunde nicht mochtest, muss das nicht die Schuld des Lehrers sein – manchmal finden wir es auch nur schrecklich, mit unangenehmen Seiten unseres Körpers und unseres Charakters konfrontiert zu werden. Du wirst zunächst trotzdem mehr von deiner Yoga-Praxis haben, wenn du dir einen Lehrer suchst, der dir Freude bereitet.

8. Das Wichtigste: Hör auf dein Gefühl

Der wichtigste Rat lautet: Du allein kennst „die Wahrheit”: Was dir wirklich guttut, weißt nur du. Das kann durchaus anstrengend und fordernd sein, dich an deine Grenzen führen, Veränderungen lieb gewonnener Gewohnheiten erfordern – muss es aber nicht. Essenziell ist, dass du deinem Lehrer vertraust, ihn immer wieder als kompetenten Ansprechpartner erlebst und dich nach der Yogastunde glücklicher und gesünder fühlst.

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