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Warum wir Yogameister und Gurus brauchen
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Der Guru im Yoga – zwischen Tradition und Moderne

Von Anna Trökes

Was bedeutet Guru?

Wörtlich übersetzt heißt Guru „der, der Licht ins Dunkel bringt”. Ein Guru ist der persönliche Lehrer eines Menschen, der sich auf den spirituellen Weg begeben hat. In Indien ist er damit wichtiger als die leiblichen Eltern, denn dort gilt der Guru als Stellvertreter des Wissens und damit des Göttlichen. Der Schüler empfängt sein Wissen in der genau bemessenen Dosis „durch die Gnade des Guru”, und es gilt auch als Gnade, überhaupt einen Guru zu finden. Der Guru begleitet seinen Schüler ein Leben lang und gibt ihm Wegweisung und Unterstützung. Er sieht ihn so, wie Gott ihn sehen würde – immer in seinem vollen Potenzial. 

Die Welt des Yoga ist seit ihren Anfängen vor zirka 3500 Jahren geprägt von der Beziehung zwischen Meister und Schüler. Die Beziehung und Verbundenheit war und ist die Grundlage der Belehrungen, der Anleitungen und vor allem auch der Einweihungen in den Yoga.

In der Frühzeit des Yoga wurde die Lehre ausschließlich mündlich überliefert. Die Meister wählten immer sehr genau, wem sie ihr Wissen weitergaben. Denn wer mit diesem Wissen in Berührung kam, trug auch die Verantwortung, es sorgsam anzuwenden und es achtsam zu bewahren und weiterzutragen. Auf der Grundlage dieser Auswahl bestimmter Schüler, die in der Regel über viele Jahre hinweg ihrem Meister folgten und in seiner ständigen Gegenwart lebten, entstanden über Generationen hinweg die großen Yogatraditionen in Indien und Europa. Parampara wird diese Lehrer-Schüler-Beziehung genannt, und diese Form der persönlichen Übertragung der Lehrbefugnis wurde zu einem unverzichtbaren Charakteristikum des Yoga.

Die Rolle des Guru heute

Heute dagegen scheinen die Lehren des Yoga allen zugänglich. Jeder kann sich ein Yoga-Übungsbuch kaufen oder ausleihen, viele Zeitschriften preisen in fast jeder Ausgabe ihren Leserinnen Übungsabfolgen und Asanas an. Lehrer oder gar Meister scheinen bei so viel gedruckter und gesprochener Anleitung kaum mehr benötigt zu werden. 

Yogalehrerin und Yogalehrer nennt sich heute oft schon, wer nur eine vierwöchige Ausbildung absolviert hat, und so wächst die Zahl der Yogalehrenden in Stadt und Land stetig an. Schaut man jedoch genauer hin, dann könnte man meinen, dass die guten alten Gymnastik- und Fitnesskurse einfach in ein neues Gewand geschlüpft sind, indem sie nun „Yogakurs” genannt werden. In kaum einem Buch, Artikel oder Kurs wird jedoch darauf hingewiesen, dass Yoga eigentlich ein Übungsweg ist, bei dem es darum geht, sich selbst zu erfahren und das eigene Wesen zu entwickeln und zu entfalten. Wenn wir uns auf diesen Weg begeben, werden unser Körper, unser Atem, unser Geist und unser Gemüt selbstverständlich mit einbezogen. Einen tieferen Sinn und eine innere Ausrichtung bekommen all die vielen Yoga-Übungen aber erst dadurch, dass sie in Verbindung zu der Philosophie gesetzt werden, aus deren Erkenntnissen heraus sie einst entwickelt wurde. Und um die Philosophie nicht nur zu vermitteln, sondern vor allem auch durch das eigene Beispiel erfahrbar werden zu lassen, sind Yogalehrer und -meister vonnöten.

Die Beziehung zwischen Guru und Schüler: Eine Beziehung voller Hingabe

In meinen fast vierzig Jahren Yogapraxis durfte ich viele bedeutende Meister erleben und bin manchen von ihnen über viele Jahre gefolgt. In ihrem Unterricht bekam ich nicht nur Übungsanweisungen, sondern vor allem auch Wegweisung und Wegbegleitung. Die Meister ließen mich an ihren Erfahrungen und Einsichten teilhaben. Sie luden mich ein, mich auf den Weg zu mir selbst zu machen, der nicht immer nur glatt und eben war, sondern häufig steinig und beschwerlich. Sie machten mir Mut, meinen dunklen Seiten zu begegnen, und beraubten mich meiner falschen Hoffnungen. 

Meine Lehrer und die Meister halfen mir, meinen eigenen Yogaweg zu finden und die Übungen des Yoga wie Werkzeuge zu benutzen, die mir in (fast) allen Situationen des Alltags gute Dienste leisten. Damit ich wirklich von ihnen lernen konnte, musste ich jedoch zuerst eine Fähigkeit entwickeln, die ich am Beginn meines Yogaweges noch in keiner Weise besaß: Vertrauen! Ich musste lernen, in die Autorität der Lehrer zu vertrauen, dass sie wussten, wann es angebracht war, mich gegen den Strich zu bürsten und an meinen Widerständen zu packen. Obwohl ich zu einer Zeit die Schule und Universität besuchte, in der es zum guten Ton gehörte, jede Autorität zu hinterfragen und bloß ja keinem über 30 zu trauen, war ich nun gefordert, genau das einzuüben. Oft saß oder lag ich im Yogaunterricht und fragte mich, wie es möglich sei, dass jemand mir sagte, was ich tun und was ich lassen sollte, wie ich denken und wie ich fühlen sollte – und dass ich tatsächlich Lust hatte, mich diesen Geboten zu unterwerfen. Die Antwort war immer, dass ich die große Integrität und Verantwortlichkeit der Lehrer empfand – und deshalb war etwas in mir endlich bereit, sich einzulassen und die Unterweisungen und Ratschläge einfach mal anzunehmen. Aus dem jahrelang kultivierten Trotz und Widerstand wurde allmählich Hingabe – und damit konnte das Lernen erst richtig losgehen. 

Wenn ich heute mit anderen Yogalehrern und Yogalehrerinnen über diese wichtige Phase der Wandlung zur Hingabe rede, spüre ich oft ein überwältigendes Misstrauen und sehr viel Angst. Es ist die Angst, dass die Hingabe ausgenutzt wird und dass der eigene Wille manipuliert werden könnte. Und es ist die Angst, einem anderen Menschen Macht über das eigene Leben zu geben; also schlussendlich die Angst vor Abhängigkeit. Deswegen meiden viele, die Yoga üben und lehren, eine tiefgehende Meister-Schüler-/Lehrer-Schüler-Beziehung, auch wenn sie spüren, dass eine solche Beziehung der wesentliche Faktor ist, um die wandelnde Kraft der Yogalehre wirksam werden zu lassen.

Die Yogameister, die ich bewundere - wie Gurmukh Kaur Kalsa, Mark Whitwell, Dr. Shrikrishna, R. Sriram, Ursula Lyon, Kali Ray, Reinhard Gammenthaler - haben alle für sich einen Prozess der Hingabe an ihren Meister oder an die innere Führung durchlaufen. Sie haben sich bewusst und vollkommen dem Yoga verschrieben – sich entschieden und festgelegt, diesen Weg in aller Tiefe und Konsequenz zu gehen. Aus dieser Verpflichtung und Hingabe heraus ist ihnen dann über die Jahre hinweg die Meisterschaft erwachsen. Sie waren es auch nicht selbst, die sich zum Meister ernannt haben. Es waren die Menschen, die sie begleiteten und die sich ihnen anvertraut hatten, die sie zum Meister werden ließen. Was an diesen Meistern wirklich auffällt, sind ihre Güte und ihre Herzqualitäten. Und genau diese Qualitäten sind es auch, die sie letzlich zu vermitteln suchen, diese „fünf geistigen Kräfte”, die wir bei Patanjali finden: Vertrauen, Willenskraft, Einsicht/Wissen, Ruhe und Achtsamkeit. Denn nur diese Qualitäten können dazu führen, dass wir Verantwortung für unser Wohlbefinden und das Wohlgehen der Welt auf uns nehmen wollen und können.

Der Spagat zwischen Tradition und Moderne

Als T. K. V. Desikachar – der Sohn von Sri Krishnamacharya, einem der bedeutendsten Yogameister der Neuzeit – in Europa zu unterrichten begann, machte er uns eindrücklich auf einen Umstand aufmerksam, der gleichermaßen ein Dilemma und eine Chance ist. Er sagte, dass jeder, der Yoga unterrichtet, damit der Tradition des Yoga verpflichtet sei, so wie sie sich über die Jahrtausende hinweg entwickelt hätte. Gleichzeitig sei er aber auch den Menschen verpflichtet, die heute mit ihren Beschwerden, ihren Erwartungen und Wünschen einen Yogakurs aufsuchen. Und schließlich sei er auch noch seinen eigenen Wünschen und Anliegen verpflichtet, die ihm bestimmte Yogainhalte und Blickwinkel auf die Philosophie und Übungspraxis wichtiger erscheinen ließen als andere. Desikachar lud uns ein, darüber zu reflektieren, in welcher Hinsicht und in welchem Ausmaß wir uns wirklich den Grundanliegen des Yoga verpflichtet fühlten, und er bat uns auch, sehr genau darüber nachzudenken, warum wir eigentlich ausgerechnet Yoga unterrichten wollten. Er verwies uns auf unsere Verantwortung, die wir im Unterricht nicht nur für unsere Teilnehmer/innen übernehmen, sondern auch dafür, dass da, wo Yoga draufsteht (zum Beispiel in der Kursbeschreibung), auch tatsächlich Yoga drin ist. Und er gab uns auf, darüber nachzusinnen, wo wir uns selbst in diesem Spannungsgefüge wiederfinden könnten, um zwischen all diesen Ansprüchen einen mühelosen und anmutigen Spagat zu machen.

Jeder der Gurus, die ich bewundere, hat genau das geschafft. Jede und jeder von ihnen ist der zeitlosen Lebenskunst des Yoga zutiefst verpflichtet und doch auch ganz bezogen auf die Menschen, die in ihren Unterricht kommen. Sie haben auf ihre eigene Weise Möglichkeiten gefunden, das Wissen, das sie von ihren Meistern gelernt haben, an die Bedürfnisse ihrer Teilnehmer/innen anzupassen. Dabei ist es ihnen gelungen, in ihrer Verpflichtung bezüglich der Lehre des Yoga und der Tradition, aus der sie stammen, authentisch zu werden und zu bleiben. Ich meine, dass auch darin ein Grund liegt, dass sie zu Meistern wurden – auf jeden Fall zu Meistern dieses mühelosen und anmutigen Spagats.

Die wichtigsten Gurus & Yogalehrer

1. Tirumalai Krishnamacharya

18. November 1888 – 28. Februar 1989

Bekannt als „Vater des modernen Yoga“ war Krichnamacharya viel mehr als nur Yogalehrer. Als Gelehrter in indischer Philosophie erweckte er das jahrhundertealte Hatha Yoga wieder zum Leben und warb auf Vorträgen und Demonstrationen für die einzigartige Wirkung dieser Technik für Körper und Geist. Er entwickelte als erster Sequenzen aus Asanas für Anfänger und Fortgeschrittene und ließ seine Schüler besonders schwierige Asanas vor Publikum demonstrieren, um Yoga populär zu machen. Legendär wurde die Vorführung, bei der er zeigte, wie er seinen Herzschlag aussetzen konnte. Entscheidend für uns war, dass er Yoga endlich auch Frauen zugänglich machte. Wer weiß, wie lange es sonst gedauert hätte. Sein Erbe wurde weiter entwickelt von seinen Schülern B.K.S Iyengar, K. Pattabhi Jois, Indra Devi, und A.G Mohan, die ihrerseits Methoden entwickelte, die heute überall auf der Welt geübt werden.

2. Paramahansa Yogananda

Parahamsa Yogananda

5. Januar 1893 – 7. März 1952

Mit seinem weltweiten Bestseller, „Autobiographie eines Yogis“ (1946) traf Paramahansa Yoganananda mitten ins Herz einer verunsicherten westlichen Gesellschaft, die auf Impulse angewiesen war. Yogananda, der über Energie und Kriya Yoga sprach, verkörperte die Hoffnung, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Als junger Mann wurde er 1920 mit dem Schiff nach Boston zu einem internationalen Kongress der Weltreligionen geschickt, wo er als indischer Gesandter über Yoga und Meditation in einer Weise sprach, die das Publikum begeisterte.

3. Indra Devi

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12. Mai 1899 – 25. April 2002

Auf der Flucht vor den Bolschewiken kam Indra Devi, damals noch unter ihrem offiziellen Namen Eugenie Petersen, 1917 nach Berlin, um Schauspielerin und Tänzerin zu werden. Um im damaligen Bombay auf der Leinwand Erfolg zu haben, gab sie sich den Künstlernamen Indra Devi und heiratete einen Diplomaten. Erst nachdem sich der Hausherr von Krichnamacharya, der Fürst von Mysore, für sie verwendete, durfte sie an Krichnamacharyas Yoga-Unterricht teilnehmen. Sie wurde seine eifrigste Schülerin und galt 1938 als erste Yogini, die Krichnamacharya aufforderte, selbst zu unterrichten. Weil ihr Mann als Botschafter nach China versetzt wurde, gab sie in Schanghai im Haus eines führenden Politikers Yogakurse und machte Yoga auch unter Amerikanern und Russen populär. Sie integrierte neben Asanas auch Atemübungen und Ernährungstipps in ihren Unterricht.

4. Pattabhi Jois

26. Juli 1915 – 18. Mai 2009

Schon im Alter von zwölf Jahren wurde Patthabi Jois Zeuge einer Yoga-Vorführung von Krichnamacharya und setzte alles daran, dessen Schüler zu werden. Er lernte nicht nur alle Asanas, sondern studierte auch Sanskrit, um die alten Schriften besser verstehen und schließlich selbst lehren zu können. Er entwickelte unter dem Label „Ashtanga Yoga“ ein festes Set an Sequenzen, die aufeinander aufbauen, und gründete ebenfalls in Mysore das weltbekannte „Ashtanga Yoga Institute“, das für viele Yogis aus dem Westen die zentrale Anlaufstelle für Ashtanga Yoga wurde und auch nach seinem Tod 2009 bis heute ist. Mittlerweile ist es unter der Leitung seines Enkels Sharath Jois.

5. B.K.S Iyengar

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14. Dezember 1918 – 20. August 2014

Ihm verdanken wir das Wissen, dass Yoga therapeutische Wirkung hat. Ohne seine jahrzehntelange Erfahrung kein Iyengar Yoga, ohne seinen Eifer und seine Disziplin kein „Licht auf Yoga“, jenes grundlegende Lehrbuch über Hatha Yoga, genannt die „Bibel des Yoga“, das jeder Yogi mindestens einmal gelesen haben sollte. B.K.S. Iyengar, auch „Michelangelo des Yoga“ genannt, verdanken wir nicht nur die Yogamatte, die er aus einer Teppichunterlage schneiderte, sondern auch den Gebrauch von Klötzen, Gurten und Decken. Ihr Einsatz hilft vielen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Yoga zu üben.

6. Swami Sivananda

8. September 1887 – 14.Juli 1963

Obwohl Swami Sivananda selbst nie einen Fuß auf amerikanischen oder europäischen Boden setzte, ist sein Einfluss für uns Yogis immens. Als Religionswissenschaftler, Arzt und Philosoph schrieb er knapp 300 Bücher, lebte bescheiden als Wandermönch und Arzt. Er gründete die „Divine Life Society“ und in der Nähe von Rishikesh den berühmten Sivananda-Ashram. Seinen Lieblingsschüler, Swami Vishnudevananda, schickte er 1957 los, um seine Botschaft im Westen zu verbreiten. Mit Erfolg.

7. Sri Dharma Mittra

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14. Mai 1939 – heute

Die meisten kennen ihn von seinem „Master Yoga Chart of 903 Postures“. Dass der Mann auf dem Poster 1939  in einem winzigen Dorf in Brasilien geboren wurde, bei der brasilianischen Luftwaffe diente und seit 1967 im von ihm gegründeten „Dharma Yoga Center“ in New York City täglich unterrichtet, ist weniger bekannt. Sri Dharma Mittras Disziplin und Leidenschaft genauso wie seine einzigartige Körperbeherrschung inspirieren bis heute auf der ganzen Welt Menschen, Yoga zu üben.

8. Sharon Gannon & David Life

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Sharon Gannon 4. Juli 1951 – heute

Sharon Gannon und David Life sind die Gründer von Jivamukti Yoga, einer Yoga-Methode wie geschaffen für den westlichen Großstadtmenschen. Wie im Märchen trafen sie sich in einem Künstlercafe 1983 im East Village in New York City und begannen ihre spirituelle Reise gemeinsam, die sie 1986 nach Indien führte. Sie wollten Yoga-Philosophie, Bhakti Yoga, Meditation, Musik und Gewaltlosigkeit in einer Methode vereinen und erfunden dafür herausfordernde, schweißtreibende Sequenzen, die ihren Stil schnell populär machten. Zu ihren Gurus gehören Shri Brahmananda Saraswati, Swami Nirmalananda und Patthabis Jois. Eine Jivamukti-Lehrerausbildung gilt bis heute als „Gold-Standard“ unter den Yogalehrer-Ausbildungen.

9. Bikram Choudhury

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10. Februar 1944 – heute

Geboren im damaligen Kalkutta, begann Bikram Choudhury bereits mit drei Jahren, Yoga zu üben, und trainierte bald regelmäßig, um an nationalen Yoga-Wettkämpfen teilzunehmen. 1970 kam er nach Amerika. Seine Methode, Bikram Yoga, besteht im Wesentlichen aus 26 Haltungen, die bei hoher Temperatur (40 Grad Celsius/105 Grad Fahrenheit oder höher) geübt werden müssen, eine Temperatur, die so sein müsse „wie in Indien“. Seine frühe Teilnahme an Yoga-Wettkämpfen, die es zu der von ihm erwähnten Zeit noch gar nicht gegeben hat, als auch Erinnerungen, die seine Autorität untermauern sollen, werden heute angezweifelt. Die handfesten Klagen wegen sexuellem Missbrauch, Beleidigung und Rassismus, haben seinen Ruf als Guru nachhaltig beschädigt. Da seine Methode für bestimmte Yogis die richtige zu sein scheint, ist jedoch zu erwarten, dass sie zumindest überlebt.

10. Yogi Bhajan

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26. August 1929 – 6. Oktober 2004

Yogi Bhajan verdanken wir eine bestimmte Form des Kundalini Yoga, die im Gegensatz zum Hatha Yoga steht. Als Kommunikationspsychologe und Student der Religionswissenschaften interessierte sich Yogi Bhajan dafür, wie durch den Aufstieg der Kundalini (Schlangenkraft) Erleuchtung erlangt werden kann, ein Grundprinzip des Tantra. Bhajans Kundalini Yoga orientiert sich nach sogenannten Kriyas (Übungsreihen), die bestimmte dynamische Bewegungsabläufe, Mantren, Mudras mit Fokus auf Pranayama und Bandhas beinhalten. Wichtigstes Mantra: „Sat Nam” gleich „wahre Identität”. Besonders im Schwangeren-Yoga ist Kundalini eine bewährte Methode, aber auch sonst erfährt Kundalini vor allem durch Lehrerinnen wie Gurmukh wachsende Beliebtheit.

11. John Friend

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30. Mai 1959 – heute

Ebenfalls in der tantrischen Philosophie verwurzelt ist die Methode des Anusara Yoga, die jedoch eine weitere entscheidende Komponente besitzt: die Konzentration auf biomechanische Prinzipien in der Ausrichtung des Körpers in den Haltungen.

Ausgehend von Iyengars Fokus auf genaue Ausrichtung gründete John Friend eine neue Methode: Anusara Yoga. Er legte fünf „universelle Ausrichtungsprinzipien“ sowie drei „As des Anusara“ (Attitude, Alignment und Action). Ein heftiger Skandal zwang John Friend, angeklagt wegen sexuellem Missbrauch seiner Schülerinnen, Veruntreuung von Pensionsgeldern etc. 2012 Anusara zu verlassen. Zusammen mit der Yogalehrerin Desi Springer unterrichtet er heute „Bowspring Yoga”.

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