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Socken beim Yoga: Paradox oder praktisch?
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Socken beim Yoga: Paradox oder praktisch?

Von Dana Pukowski

Socken sind verräterisch – sie offenbaren sofort, wer hier gerade zum ersten Mal in ein Yogastudio stolpert. Im Yoga praktizieren wir traditionell barfuß. Nach dem Motto: Zeig her deine schönen Füße!

Schön? In meiner ersten Yogastunde zog ich nur widerwillig meine Strümpfe aus. Wann hatte ich meine Füße das letzte Mal gesehen? Mein erster Blick auf dieses blasse, quarkige, verunstaltete Körperteil ließ nicht gerade meine Barfuß-Liebe entflammen. Nach zehn Stunden in fiesen Leder-Stilettos kombiniert mit der schlimmsten Erfindung der Sockenindustrie, Kunstfaser-Damenstrümpfen, wirkten meine Füße verstört und erschöpft. Gott sei Dank sind sie weit genug weg. Der Anblick bekräftigte noch einmal die jahrelange Fernbeziehung. Ich schaute zuversichtlich zur Yogalehrerin und hoffte auf Absolution. Aber es kam keine. Willkommen in der Yoga-Barfuß-Welt! 

Socken beim Yoga: Pro & Contra

Ganz verbannt wurden Socken allerdings noch nie aus den westlichen Yogastudios. Spätestens in der liegenden Schlussentspannung Shavasana sind sich alle Yogi:nis einig, dass man ohne Wollsocken den physischen Leib schwer entspannen kann. Aber damit nicht genug, es gibt auch richtige Strumpf-Fetischisten – und dafür gibt es Gründe.


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Pro Socken: Was für Strümpfe auf der Matte spricht

1. Endlich keine kalten Füße mehr: 
Klar trägt auf dem indischen Subkontinent keiner Socken. Angesichts der deutschen Temperaturen erscheinen sie aber manchmal durchaus sinnvoll. Wie oft sitze ich im Yogastudio und rezitiere innerlich das (wenig förderliche) Mantra „kalte Füße, kalte Füße...“ Suboptimal. Vor allem wenn du eigentlich deinen Fokus nach innen lenken willst – und deine Eisfüße sozusagen schon an der Basis als rote Ampel stehen.

2. Sie bieten rundum Schutz:
Fußlappen hießen die ersten Strümpfe. Sie sollten Schutz vor Verletzungen, Schürfwunden und natürlich auch ein wenig Fußhygiene bieten. Zum Glück gibt es nur selten Yogastudios, die mit den Hygiene-Bedingungen aus dem Mittelalter mithalten können. Wobei sich Yogastudios und das Mitteläter insofern ähneln, als dass in beiden Kontexten Menschen auf engstem Raum agieren. Das ist auch der Grund, warum du bei Hautkrankheiten (etwa Fußpilz) oder Verletzungen definitiv deine Füße – und im Zweifelsfall auch deine Mit-Yogi:nis – mit Strümpfen schützen solltest. Vor allem Schwimmbäder und Sporthallen, aber eben auch Yogastudios können Hotspots für Fußpilz sein. Mein Tipp: vielleicht einfach die Socken erst auf der eigenen Matte ausziehen.

3. Sie schenken in besonderen Fällen Halt:
Socken können Halt für deine Fußgelenke bieten. Jetzt bin ich kein Fan von externen Unterstützern in Sachen (Fuß-)Gesundheit – weil wir ja im Yoga alles für die Füße tun, damit sie durchblutet, beweglich, kräftig sind und uns mit Leichtigkeit durchs Leben tragen. Aber gerade als Anfänger:in oder Yogi:ni mit lockeren Bändern kannst du die Stabilität durch verstärkte, hoch geschnittene Socken möglicherweise gebrauchen.

4. „Getting a Grip“:
Ein Dauerbrenner im Yoga. Zehn Atemzüge lang im herabschauenden Hund auseinanderglitschen? Nicht schön. Kennen aber viele von uns. Der Markt reagiert längst mit rutschfesten Matten und natürlich auch Anti-Rutsch-Socken. Schöner wären rutschfeste Füße, aber die gibt es eben noch nicht.

5. Upgrade für dein Yoga-Outfit:
Mode-Liebhaber, Statement-Hipster und Style-Königinnen können mit feschen „Yoga Socks” ihr Outfit aufpeppen. Es gibt sie jetzt schon mit schönsten Details und in prächtigsten Farben und Mustern.

Contra Socken: Was für nackte Füße spricht

1. Sie verbessern dein Körperbewusstsein:
Der Kontakt mit dir selbst über deine physische Hülle und die direkte Bodenhaftung helfen dir, deine Körperwahrnehmung aufzubauen und zu schärfen. Deine Füße zu spüren, zu lernen, sie als Fundament zu schützen, zu entwickeln, zu bewundern, verbessert dein gesamtes Körperbewusstsein.


Vielleicht hilft dir ja dieses „Selfcare: Yoga für die Füße”-Video von Annika Isterling dabei, deine Füße ins Herz zu schließen:

Yoga Video Self Care: Yoga für die FüßeYogaEasy-Video abspielen


2. Sie fördern deine Achtsamkeit:
Bewegst du dich mit nackten Füßen auf der Matte, bist du sehr viel feinfühliger als mit Socken. Deine empfindlichen Füße senden jede Menge Signale ans Gleichgewichtssystem. Socken verringern diese sensorische Kapazität. Dein Bewegungsverhalten ist damit etwas weniger feinfühlig, weniger achtsam.

3. Sie stimulieren deine Energiepunkte:
Unzählige Nadis und Meridiane enden an deinen Füßen. Praktizierst du Asanas barfuß, werden diese Energiepunkte stimuliert und du bringst dein Prana im Körper zum Fließen. Alles hängt zusammen. 

4. Sie verbinden dich mit der Erde:
Nackte Füße, der direkte Kontakt zum Boden, sind wie eine Brücke zwischen Himmel und Himmel. Dieser kleine Umstand wird deinen ganzen Bezug zur Umwelt verändern. Wir spüren über die Zeit ein großes Ganzes, in dem wir nur ein kleiner Teil sind. Wir lernen Demut.

5. Sie bringen Stabilität und Glow:
Jede Asana hat ein Fundament, und in den Standhaltungen sind es die Füße. Jede Standhaltung bauen wir von unten nach oben auf. Denn nur mit einer stabilen Basis können wir in der Asana wirklich arbeiten und atmen. Nur so wirst du durch die Asana leuchten können. Ein nacktes Fundament ist stabiler und verringert so die Verletzungsgefahr.

6. Mehr Fußgesundheit:
Füße sind ein Stiefkind, dabei sind sie wahrhaft komplexe Gebilde. Socken und Schuhe reduzieren sie meist auf nur einen Teil. Mit knapp 30 Knochen und auch beinahe 30 Gelenken, 60 Muskeln, mehr als 100 Bändern und über 200 Sehnen sind sie ein anatomisches Kunstwerk. Die Bewegungsmöglichkeiten sind vielfältig, aber oft verkümmert. Oder kannst du jeden einzelnen Zeh ansteuern, ohne dass die anderen sich angesprochen fühlen? Nur Barfuß-Yoga und gezielte Fußakrobatik können deine Füße und Zehen wieder beleben.


Lesetipp: Noch mehr zum Thema Fußgesundheit erfährst du im Artikel  „Yoga für die Füße“.


Yoga-Socken: Eine Erfindung der Yoga-Industrie oder wirklich notwendig?

Der weltweite Yoga-Boom ist ein Absatzmarkt immensen Ausmaßes – für Bekleidung, Bücher, Matten, Klangschalen... Die Liste der Dinge, die ein:e Yogi:ni für ihre/seine Yoga-Praxis angeblich benötigt, wird von Tag zu Tag länger. Da sind spezielle Yoga-Socken keine Ausnahme. Es gibt alles: Barfuß-, Zehen-, Noppen-Socken, Strümpfe zum Zeigen. All die Arbeit auf der Matte, gegen den Shoppingwahn und Konsumterror, für Minimalismus und Verzicht, ganz umsonst?

Der Yin-Strumpf: Wollsocken 

Im Shavasana, Yin und Restorative Yoga und auch in der Meditation kommt es vor allem auf Wärme an. Dein Körper kühlt über die Zeit aus. Der Yin-Strumpf kann ein Lieblingsstück von Oma sein, die dickste Wollsocke der Welt oder ein ausgeleierter Strumpf aus der untersten Schublade. Wichtig ist, dass er dich warm hält. Selbst stricken oder kaufen, beides möglich.

Die Yang-Socke: Was muss sie können?

Deine Asana-Praxis in Wollsocken kannst du vergessen. Hohe Verletzungsgefahr. Yang-Socken müssen ein bisschen was können, damit die „Barfuß-Benefits“ nicht gänzlich verloren gehen. Worauf du achten solltest:

  • Bewegungsfreiheit für deine Zehen
  • belastbares und hochwertiges Material
  • maximales Gefühl für deine Fußsensorik
  • keine störenden Nähte
  • Rutschfestigkeit durch Noppen
  • Formbeständigkeit

Fazit: Socken im Yoga sind tatsächlich ein Paradoxon. Nicht nur die Tradition, sondern auch die Barfuß-Benefits sprechen klar für FFK-Füße. Aber du musst kein Hardliner sein. Socken sind längst im Yogastudio angekommen. Die Yoga-Socken-Industrie war kreativ und hat sinnvolle Kompromisse gefunden. Letztlich geht es doch immer wieder um die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Und wenn du an diesem Punkt auf deinem Yoga-Weg einen speziellen Yoga-Strumpf brauchst, der deine Füße wärmt, dir Halt gibt oder dich schlichtweg schützt – warum nicht?

Wir sind es gewohnt, generelle Antworten auf unsere Fragen zu bekommen. Stelle ich meinem Yogalehrer eine Frage, erhalte ich immer erst mal den Satz: „Es kommt drauf an.“ In diesem Sinne: Probier aus, was sich für dich stimmig anfühlt!

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