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Pranayama: Alles über die Bhastrika-Atmung
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Pranayama: Alles über die Bhastrika-Atmung

Von Saskia Schmitz-Tietgen

Stell dir folgendes Szenario vor: Draußen ist es kalt und grau. Du aber sitzt wohlig und entspannt an einem Kamin. Das Feuer knackt und flackert. Und als das Feuer schwächer wird, nimmst du einfach den Blasebalg, der neben dem Kamin steht, pustest ein paar kräftige Luftzüge ins Feuer – und schon sprühen die Funken wieder und die Flammen steigen erneut empor. Was das mit Yoga zu tun hast, fragst du dich jetzt? Eine ganze Menge. Denn dieses Bild erklärt auf einfache Weise, wie die Bhastrika-Atmung funktioniert, die (wer hätte das gedacht) auch die Blasebalg-Atmung genannt wird. 

Was macht die Bhastrika-Atmung aus?

Die Blasebalg-Atmung gehört zu den fortgeschrittenen yogischen Atemübungen, auch Pranayama genannt. Sie ist also eher für Yogis geeignet, die sich mit Pranayama bereits auskennen. Ihre Technik ähnelt ein wenig der Kapalabhati-Atmung. Der Unterschied ist, dass bei der „Feueratmung” Kapalabhati vor allem die Ausatmung kraftvoll und aktiv ist – bei Bhastrika aber sowohl Ein- und Ausatmung gleich lang und gleich kräftig sind, die Einatmung dabei aber mehr „von selbst” erfolgt. Das bei dieser Atmung erzeugte Geräusch erinnert an einen Blasebalg – und so erklärt sich auch der Name.


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Anleitung: Wie führe ich Bhastrika-Atemübung korrekt aus?

  1. Setze dich in eine aufrechte und bequeme Position, sodass deine Wirbelsäule lang aufgerichtet ist und deine Schultern entspannt sind. Beobachte zunächst einen Augenblick deine Atmung.
  2. Lege deine Hände auf die seitlichen Rippen oder auf deinen Bauch, um die Atembewegung noch bewusster wahrnehmen zu können.
  3. Dann starte, indem du kräftig und mit einem Stoß ausatmest. Dein Bauch zieht sich dabei nach innen.
  4. Atme anschließend langsam und kräftig wieder ein. Dein Bauch wölbt sich dabei nach außen, dein Brustkorb hebt sich und weitet sich.
  5. Wiederhole das mehrmals, versuche dabei, Ein- und Ausatmung möglichst gleich lang erfolgen zu lassen und den Körper, bis auf den Bauch, möglichst ruhig zu halten.

Im folgenden Video erklärt die Hormon-Yoga-Expertin Lalla Turske noch mal im Detail, wie du Bhastrika ausführst:

Yoga Video Bhastrika-Atmung im Hormon-YogaYogaEasy-Video abspielen

Tipps zum Üben der Blasebalg-Atmung

  • Du wirst merken, dass die Atmung von Runde zu Runde kräftiger wird. Starte zunächst mit maximal zehn Atemzügen, halte nach der letzte Ausatmung die Luft für eine kurze Zeit an. 
  • Wenn du mit den Bandhas vertraut bist, setze dann deine Bandhas. Pausiere und gönn dir ein paar ruhige Atemzüge. Vielleicht möchtest du anschließend eine weitere Runde starten.
  • Es ist auch möglich, die Bhastrika-Atmung nur durch ein Nasenloch zu üben oder die Ein- und Ausatmung im Wechsel jeweils kräftig durch ein Nasenloch, etwa links ein und rechts, erfolgen zu lassen. In diesem Video zeigt Anna Trökes dir, wie du Bhastrika mit Bandhas und jeweils nur mit einem Nasenloch ausführst (ab Minute 7) – Achtung: Diese Ausführung ist deutlich komplexer und wirklich nur für fortgeschrittene YogiNis geeignet!

pranayama agni kriya bhastrikaYogaEasy-Video abspielen

  • Achte darauf, dass du die Bhastrika-Atmung ohne Stress und Druck ausführst. Beginnt sich der gesamte Körper zu bewegen, kann es ein Zeichen dafür sein, dass du die Atmung zu kraftvoll ausführst. Beginne langsam und steigere dich erst allmählich.
  • Wenn du mit der Bhastrika-Übung nicht zurecht kommst, dann starte besser zunächst mit einer einfacheren Atemübung wie der Wechselatmung.

Welche Wirkung hat Bhastrika?

Dass es sich um eine kraftvolle Atemtechnik handelt, wirst du wahrscheinlich schnell bemerken. Für die Atmung sind deine Bauchmuskeln und dein Zwerchfell gefordert, denn du ziehst den Bauch bewusst kraftvoll nach innen und bringst ihn wieder nach vorne, was ganz schön herausfordernd ist und dir ordentlich einheizen kann.

  • Und das ist auch genau der erwünschte Effekt – Bhastrika soll dir einheizen, Kapha reduzieren und das Verdauungsfeuer (Agni) anregen.
  • Die Bauchorgane erhalten eine intensive Massage, was die Verdauung anregt.
  • Die Bhastrika-Atmung gehört also zu den reinigenden, entgiftenden Atemtechniken.
  • Sie reinigt aber nicht nur den Verdauungsapparat: „(Bhastrika-Übungen) klären die Nebenhöhlen und beenden Nasenlaufen. Sie erzeugen eine gehobene Stimmung.” (Licht auf Pranayama, B.K.S. Iyengar, O.W. Barth Verlag, Seite 227)
  • Bhastrika soll die gesamte Kopfregion klären und nicht nur Kapha (hier: Schleim) in den Atemwegen reduzieren, sondern auch das Nervensystem stärken.
  • Die Blasebalg-Atmung gilt auch als eine gute Vorbereitung auf die Meditation, da sie die Konzentration steigert: „Bhastrika wirkt auch intensiv auf den Geist. Während des Übens braucht diese Atemtechnik so viel Aufmerksamkeit, dass das normale Denken so gut wie unmöglich ist. Nach dem Üben werden Atem und Geist oft ganz von allein sehr still.” (Yoga für Fortgeschrittene, Roland Steiner und Anna Trökes, GU Verlag, Seite 235)
  • Da es sich um eine energetisierende Atemtechnik handelt, tust du gut daran, sie eher am Morgen zu praktizieren, wenn du in den Tag starten möchtest. Zum Abend hin könnte dich diese Technik hingegen zu sehr aktivieren.

Vorsicht: Wer sollte Bhastrika nicht praktizieren?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Bhastrika-Atmung wie schon erwähnt um eine Atemtechnik, die für erfahrene Yogis geeignet ist.

  • Du solltest die Blasebalg-Atmung nicht durchführen, wenn du schwanger bist. 
  • Auch bei zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck, Epilepsie oder Herzproblemen wird sie nicht empfohlen.
  • Bei Erkrankungen der Bauchorgane, Zwerchfellrissen oder wenn du dich gerade von einer Operation im Bauchbereich erholst, ist Vorsicht geboten.
  • Dasselbe gilt bei Asthma, einem Lungenemphysem oder anderen Lungenproblemen.

Solltest du dir nicht sicher sein, ob die Atmung für dich geeignet ist, weil du zum Beispiel unter einer Vorerkrankung leidest, frage am besten vor dem Üben deinen Arzt. 


Achtung: Bei dieser Atmung kann es unter Umständen zu einem Hyperventilisationszustand kommen. Die intensive Atmung kann den Sauerstoffgehalt im Blut kurzzeitig erhöhen und den Kohlendioxidgehalt reduzieren, was sich zum Beispiel durch krampfende Hände („Pfötchenstellung”) bemerkbar machen kann. Bemerkst du das, stoppe die Atmung, versuche lang auszuatmen und dich zu beruhigen. Auch wenn du merkst, dass dir schwindelig wird, solltest du die Atemtechnik beenden.


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