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Mehr als Yoga: Alles über Yogatherapie
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Mehr als Yoga: Alles über Yogatherapie

Von Birgit Feliz Carrasco

Was ist Yogatherapie und woher kommt sie?

Yogatherapie ist keine indische Erfindung. In Indien denken die Menschen eher an Ayurveda, wenn es um Gesundheit und Heilung geht – und Yoga ist zwar ein kleiner Baustein der ayurvedischen Gesundheitslehre, aber kein ursprünglicher. Denn während Ayurveda sich schon ab etwa 2000 vor Christus entwickelte, kam die körperliche Form des Yoga, die Asana-Praxis, wie wir sie heute kennen, wohl erst um 1500 nach Christus hinzu.

Allerdings wurde Yoga schon immer therapeutisch und präventiv genutzt. Denn die verschiedenen Elemente von Yoga – Asanas, Pranayama, Meditation, Entspannungsübungen – sind optimal geeignet, um sowohl individuelle ungünstige Veranlagungen präventiv auszugleichen als auch psychische wie physische Beschwerden jeder Art positiv zu beeinflussen.

Jeder kenntnisreiche, engagierte Yogalehrende passt seinen Unterricht an die/den jeweilige:n Schüler:in an – sagt Variationen von Asanas an, gibt Tipps, welche Haltungen bei speziellen Problemen helfen können, korrigiert Fehlhaltungen und versucht so, positive Entwicklungen auf allen Ebenen anzustoßen und zu begleiten. Kurz gesagt: Yoga wirkt, korrekt ausgeführt, immer präventiv, ausgleichend und heilend.

Ganzheitliches Yoga heute ist...

  • Training der Muskulatur: Dehnung und Kräftigung von Muskelstrukturen
  • Mobilisierung und Erhaltung der Beweglichkeit der Wirbelsäule und aller Gelenke
  • Bewusstheit und Erweiterung der Atemführung
  • aufmerksame Wahrnehmung des Körpers in seinen organischen Funktionen
  • Beobachtung und Beruhigung der Gedankenwelt
  • körperliche, mentale und emotionale Entspannung

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Alles über Yogatherapie

Yogatherapie aber geht einen Schritt weiter. Denn während bei verschiedenen Yogastilen, Yogakursen und Yogalehrenden verschiedene Aspekte im Vordergrund stehen – Muskelaufbau, Beweglichkeit, Entspannung, spirituelle Entwicklung – steht bei der Yogatherapie ganz eindeutig die Verbesserung von individuellen Beschwerden im Vordergrund.

Dabei kann Yogatherapie unterstützend wirken (etwa zur mentalen und körperlichen Unterstützung während einer Krebsbehandlung) oder die Haupt-Heilmethode sein (etwa bei Rückenproblemen, selbstverständlich nach Abklärung mit dem/der behandelnden Arzt/Ärztin).

Am effektivsten und geläufigsten sind Yogatherapie-Einzelstunden – es gibt aber durchaus auch Yogatherapeut:innen, die nach einer Ersteinschätzung etwa Rückenleidende zu kleinen Kursgruppen zusammenschließen.

Yogatherapie ist...

  • ein individuelles, nach erfolgter Anamnese entwickeltes Therapiekonzept über einen vereinbarten Zeitrahmen, der mit zu erwartenden Resultaten abgeschlossen wird
  • speziell für Einzelpersonen angeleitete Yoga-Praxis bei physischen oder auch bei psychischen Beschwerden
  • hilfreiche Anleitung bei expliziten körperlichen Symptomen beispielsweise Rücken- oder Kniegelenksymptomen, Migräne, Menstruationszyklus-Problemen etc.
  • heilsame Betreuung bei komplexen Krankheitsbildern
  • aktive wie bewusste Unterstützung der Selbstheilungskräfte
  • mentale Festigung in Lebenskrisen

Im folgenden Video erklärt dir Arzt und Anatomie-Experte Dr. Ronald Steiner, warum Yogatherapie so effektiv ist:

Yoga Video Interview: Warum wirkt Yogatherapie?YogaEasy-Video abspielen


Yogatherapie ist das Richtige für dich, wenn ...

  • du individuelle Betreuung in Heilungs- oder persönlichen Entwicklungsprozessen brauchst.
  • du konkrete Beschwerden hast und diese mithilfe von Yoga positiv beeinflussen möchtest.
  • dir etwas wehtut und diese Symptome durch reguläre Yoga-Praxis nicht besser werden oder sich die Schmerzen sogar verschlimmern.
  • aber auch, wenn du als Anfänger:in in die Yoga-Praxis einsteigen willst und dich zu ungelenkig, zu kraftlos oder zu unsportlich fühlst, um einen „normalen” Yogagruppenkurs zu besuchen.

Yogatherapie als Heilkunde in Deutschland darf anbieten...

... wer Arzt/Ärztin oder Heilpraktiker:in ist, also eine staatliche Zulassung einer Gesundheitsbehörde und damit einhergehende, rechtlich wie versicherungstechnisch verankerte Verantwortung für Patient:innen hat sowie eine zusätzliche Ausbildung als Yogalehrer:in nachweisen kann.

Yogatherapie auf Therapie-Anweisung von Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen in Deutschland ausführen dürfen zudem Physio- oder Ergotherapeut:innen mit zusätzlicher Qualifikation als Yogalehrer:in.

Yogatherapie in der Grauzone

Leider finden sich zahlreiche Ausbildungs- und Dienstleistungsangebote im Internet, die den Begriff „Yogatherapie” etwas lose auslegen. Wenn du einen Yogatherapeut:innen suchst, achte auf die oben genannten Qualifikationen. Einem Verbund angeschlossen zu sein – so namhaft dieser auch sein mag – ist kein ausreichendes Kriterium. Auch „Yogatherapeut:in nach XY” mit einem ™ oder die Berufsbezeichnung „Coach” sind keine Garantie für eine in Deutschland ausgestellte Erlaubnis, mit Patient:innen arbeiten zu dürfen, insbesondere wenn solche Ausbildungen im Ausland absolviert werden. 

Da der Begriff der Yogatherapie nicht klar definiert ist, ist sie als Versicherungsleistung leider noch nicht erstattungsfähig. Allerdings sind viele Yogakurse zumindest als Gesundheitsprävention von Krankenkasse anerkannt. Einen Status als Therapieform zu erreichen, wäre ein wünschenswertes Ziel für Yoga in der Zukunft!

Fazit: Yoga ist Yoga – und Yogatherapie ist etwas anderes

Yogalehrer:innen sind keine Therapeut:innen – auch wenn mancher Guru sich entsprechend präsentiert. Das soll aber die wohltuende Wirkung der Yoga-Praxis und die wertvolle Arbeit von Yogalehrer:innen nicht in Abrede stellen! Yoga ist für viele Menschen das dringend notwendige Gegengewicht zum Leistungsdruck und Stress der heutigen Zeit. 

Dennoch gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Yogatherapeut:innen und Yogalehrenden. Es ist ein entscheidender Unterschied, ob eine Person sich als Patient:in oder als Yogaschüler:in anmeldet. Ersteres setzt explizite anatomische und pathologische Kenntnisse sowie Fähigkeiten zur Differenzialdiagnose und ein Erfassen von Zusammenhängen voraus, die analysiert und erkannt werden müssen, um Heilung durch Yoga-Praxis zu initiieren.

Der Umgang mit Patient:innen braucht viel mehr Achtsamkeit als regulärer Yoga-Unterricht und bringt enorme Verantwortung mit sich – Hilfe suchende Yoga-Praktizierende sind keine Versuchsobjekte für Yogalehrende! Ernsthafte Erkrankungen, die fachärztlicher Behandlung bedürfen, müssen gegebenenfalls erkannt werden und eigenverantwortlich an entsprechende Stellen weitervermittelt werden. Dazu sind Heilpraktiker:innen übrigens gesetzlich verpflichtet.

Love and light
Birgit Feliz Carrasco

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