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Kraftorte – Energie, Verbindung, Ruhe
Brooke Bell Houd Unsplash, Lucie Beyer, Nina Heitmann

Kraftorte – Energie, Verbindung, Ruhe

Von Christiane Eitle

Wenn du einen Kraftort betrittst, fühlt sich irgendwas anders an. Als würdest du eine unsichtbare Schwelle überschreiten. Dein Kopf ist plötzlich wie leergefegt. Dich durchströmt eine wundervolle Ruhe. Vielleicht spürst du ein Kribbeln im Bauch, du bekommst Gänsehaut, oder dir treten die Tränen in die Augen. Du bist angekommen, ohne zu wissen wo. Du fühlst dich verbunden mit etwas, das du nicht in Worte fassen kannst.

Was sind Kraftorte?

Seit Anbeginn der Zeit gibt es Orte, die Menschen auf besondere Weise berührten. Deren Atmosphäre als beruhigend, stärkend oder sogar bewusstseinserweiternd erlebt wird. Oft sind es besondere Plätze in der Natur, heute auch sakrale Bauten oder Orte spiritueller Gemeinschaft, die uns Menschen unerklärlich in ihren Bann ziehen. Dabei ist nicht die visuelle Schönheit eines Platzes entscheidend, sondern vor allem das, was nicht sichtbar ist.

Kraftorte sind nur subjektiv erlebbar. Wissenschaftlich ist die Erfahrung der hohen Energieschwingungen an bestimmten Plätzen schwer nachzuweisen – auch wenn es in Bereichen wie Geomantie, Radiästhesie oder Quantenphysik diverse Ansätze gibt, um die außergewöhnliche Konzentration von Energie von Plätzen zu messen und deren Existenz etwa entlang von Ley-Linien zu beweisen.

Manche Kraftorte sind aber auch in „spirituell unverdächtigen” Kreisen anerkannt, weil sie in so vielen Menschen eine starke Wirkung auslösen. Wer schon mal nach einer langen Bergwanderung frühmorgens auf einem Berggipfel die Sonne hat aufgehen sehen, weiß, was ich meine. Wie können wir etwas bestreiten, was wir so deutlich fühlen – nur weil es keine wissenschaftliche Erklärung gibt?


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Arten von Kraftorten

Jeder Ort, der deiner Seele guttut, deine Stimmung hebt oder dich dazu einlädt, in dich selbst einzutauchen, kann dein persönlicher Kraftort sein. Dennoch gibt es einige bekannte Orte mit hoher Energieschwingung, die schon seit Jahrtausenden existieren und immer noch jedes Jahr von vielen Menschen aufgesucht werden. 

Kraftorte sind typischerweise markante Formationen oder besondere Plätze in der Natur, vorchristliche Kultstätten oder Sakralbauten. Um viele dieser Orte ranken sich Mythen und Sagen und den Plätzen werden besonderen Eigenschaften, etwa Heilkräfte, zugeschrieben. Es waren Orte der Verehrung und der Anrufung des Göttlichen in Form von Ritualen, Gesang, Tanz, Meditation oder Gebeten. Ob diese Kraftorte aus sich heraus eine hohe Energie hatten oder durch spirituelle Praktiken energetisch aufgeladen wurden – wir wissen es nicht.

Kraftort, Energie, Verbindung

Die Natur birgt an sich bereits eine natürliche Kraft und Ausstrahlung, der wir uns selten entziehen können. Nach einem Waldbaden-Spaziergang fühlen wir uns regeneriert und klar. Wenn wir am Flussufer verweilen, vergessen wir die Zeit und unsere Sorgen scheinen beim Anblick von atemberaubenden Berggipfeln ganz klein.

1. Kraftorte in der Natur: Wasser – von Heilquellen bis zum Wasserfall

Zahlreiche Kurorte mit heilenden Wasserquellen bestätigen, dass dem Element Wasser schon lange eine große Heilkraft für Körper und Geist zugesprochen wird. Es ist der Ursprung allen Lebens und ein wichtiger Informationsträger sowohl in der Natur als auch im menschlichen Körper. Die Verehrung von Quellen und Wasserstätten und deren zugehörigen Gottheiten ist in vielen Kulturen ein Teil der religiösen Praktiken. Es gibt Jungbrunnen und Wunschquellen – in Europa ist über die Jahrhunderte ein regelrechter Quellenkult entstanden. Wer schon einmal an einem Wasserfall meditiert oder ein Bad in einem heiligen Fluss genommen hat, weiß um die beruhigenden und heilenden Kräfte des Wassers. 

Die heilige Quelle Marienborn in Deutschland ist zum Beispiel schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Im französischen Lourdes gibt es ebenfalls eine uralte Quelle, und auch Großbritannien besitzt Quellen wie die berühmte Chalice Well in Glastonbury. Der weltweit bekannteste heilige Fluss ist wohl der Ganges in Indien, an dessen Ufer jedes Jahr Millionen von Indern pilgern, um sich mit einem Bad spirituell zu reinigen. Mit der richtigen Intention und Präsenz kann jeder kleine plätschernde Waldbach seine Kraft entfalten und dir helfen, Körper und Gedanken zu klären.

2. Kraftorte in der Natur: Berge – von den Externsteinen bis zum Himalaya

Unerklärliche Steinformationen im Nirgendwo, atemberaubend hohe Felswände, schwindelerregend tiefe Schluchten oder imposante Felsvorsprünge – viele Kraftorte sehen so aus, als ob die Götter sie persönlich geformt und abgelegt hätten. Die Energiekonzentration wirkt an diesen Orten besonders stark, denn die Formationen scheinen nicht von dieser Welt. Ihr Anblick, kombiniert mit dem besonderen Energiefeld, das sie umgibt, lässt uns unweigerlich an eine höhere Macht glauben. Unsere Sorgen werden relativiert und Demut erfüllt uns.

Wie können wir uns dem Sog der heiligen Gipfel des Himalaya-Gebirges entziehen? Dem Anblick des 1973 Meter hohen Untersbergs bei Berchtesgaden? Wer ist nicht ergriffen beim Anblick der rot glühenden Sandsteinformation des Uluru im australischen Outback? Die Externsteine im Teutoburger Wald sind der wohl bekannteste Kraftort seiner Art in Deutschland und faszinieren mit bis zu 40 Meter hohen Felswänden aus Sandstein. Ebenso die mächtigen roten und gestreiften Felsen in Sedona (Arizona, USA), die durch die Entdeckung von intensiven „Energiewirbeln” zum Zentrum der New-Age-Bewegung wurden.


YogaEasy-Lehrerin Lucie Beyer verbindet sich in den Bergen, im Wald und am Meer mit der Magie des Lebens:

„Ich liebe die Weite auf dem Gipfel. Die stille Präsenz dieser riesigen Wächter, die Flora und Fauna sowie das angenehme Gefühl der Schwere, wenn ich nach einer Bergtour nach Hause komme. Außerdem klettere ich einfach extrem gern auf und in den Felsen herum. Ich fühle mich dann stark und unabhängig.”

„Ich finde es gar nicht komisch, wenn man einen Baum umarmt. Die Begegnung mit einem Baum ist sehr nährend und kraftschenkend. Ich klettere gerne darauf und setze mich für eine Meditation in die Baumkrone. Es ist so, als würden die Bäume mit mir sprechen und eine Botschaft übermitteln, die ich nur spüren kann. Ein uraltes Wissen, das in den Wurzeln schlummert.”

„Das Meer lädt mich zum Loslassen ein. Das Kommen und Gehen der Wellen erinnert mich an die Konstante der Veränderung und hilft mir extrem, meinen Geist zu entspannen. Ich liebe das Gefühl der Sonne und des Salzes auf meiner Haut und die Freiheit, mich am Strand in alle Richtungen zu bewegen!”

Kraftort, Energie, Ruhe


Die Liste der heiligen Berge, die schon seit Urzeiten Kraftplätze und Orte der Verehrung der Götter darstellen, ist unendlich lang: der Kailash in Tibet, Berg Sinai in Ägypten, Fuji in Japan, Arunachala in Indien, der Kilimandscharo in Afrika, der griechische Götterberg Olymp oder Berg Shasta in den USA. Auch auf Inseln finden sich außergewöhnlich viele Kraftplätze, etwa auf Kreta, Bali, Hawaii, den Galapagos-Inseln, den Osterinseln, auf Ibiza, Mallorca oder Koh Phangan.

3. Kraftorte in der Natur: Bäume – Symbole des Lebens

Alte Bäume üben auf viele Menschen eine besondere Anziehung aus. Groß, breit, knorrig und verwachsen stehen sie verborgen im Wald oder präsent im Zentrum einer Lichtung. Wie ein unverwüstliches Mahnmal erinnern sie uns als Zeugen der menschlichen Geschichte an die Vergänglichkeit des Lebens.


YogaEasy-Lehrerin Nina Heitmann tankt Kraft in den Wäldern:

„Ich liebe Laubwälder, vor allem die mystische Aura von Buchen verbindet mich sofort mit den Elementen. Ob still unter einem Nebelschleier im Winter, grün und lebendig im Frühling und Sommer oder in feurige Herbstfarben getaucht, ich kann dort zu jeder Jahreszeit Kraft tanken. Ich liebe es, wenn die Schritte über den weichen Waldboden federn, die Luft nach Moos riecht und ein Specht in der Ferne an die Borke klopft. In einem alten Laubwald zwischen all den ehrwürdigen Baumriesen und ihren Nachkommen in jeder Größe fühle ich mich frei und geborgen. Sogar, wenn ich die Augen schließe und mich nur dorthin meditiere, kann ich in diese stille Kraft finden und mich damit aufladen.”

Kraftorte Nina Heitmann


4. Von Menschen erschaffene Kraftorte: Kultstätten und Sakralbauten 

Überall, wo Menschen gemeinsam beten, meditieren und Druid:innen, Priester:innen oder Schaman:innen Rituale vollziehen, kann sich die Energie des Orts verdichten. Man vermutet jedoch auch, dass Völker, wie zum Beispiel die Kelten, in der Frühzeit ihre heiligen Stätten bewusst an Plätzen mit natürlich verstärkter Energie errichtet haben, um ihre Gottheiten anzurufen. Im Laufe der Geschichte sind diese Orte entweder verschwunden oder wurden von Sakralbauten anderer Kulturen und Religionen wie dem Christentum überbaut.

In manchen Fällen blieben auch die Ruinen dieser Stätten erhalten und werden immer noch als Kraftorte genutzt. Man findet heute vor allem noch in Großbritannien die Reste von mysteriösen Steinkreisen oder die beeindruckenden Menhire-Steine in der Bretagne, die vermutlich zu religiösen und spirituellen Zwecken aufgesucht wurden. Bekannte Kraftorte aus frühchristlicher Zeit, die Menschen errichtet haben, sind zum Beispiel die Pyramiden von Gizeh, die Tempelstadt Angkor Wat in Kambodscha, Stonehenge oder die Tempelpyramiden der Maya-Kultur.

Ob Chanten und Meditieren in einem buddhistischen oder hinduistischen Tempel, ein Gebet gen Mekka in der Moschee oder die Tora-Lesung am Schabbat in der jüdischen Synagoge: Die Sakralbauten aller Religionen wurden durch Rituale und religiöse Praktiken im Laufe der Zeit energetisch stark aufgeladen. Wenn wir eine Kirche oder eine Moschee betreten, ist es nicht nur das architektonische Wunder, das uns still werden lässt. Es sind die – teilweise jahrhundertealten –energetischen Spuren der Menschen, die dort gebetet haben.

Finde deinen Kraftort

Du musst für deinen Kraftort nicht nach Ägypten fliegen oder auf den Olymp klettern. Auch wirst du deinen Kraftort nicht finden, indem du die Erdstrahlung misst. Wir alle werden von unterschiedlichen Orten angezogen. Manch einer fühlt sich verbunden mit der Kraft der Berge, die andere mit der Weite des Meers. Lass dich von deinem Bauchgefühl leiten und vertraue deiner Intuition. Wichtig ist die Bereitschaft, dein Herz für die Möglichkeit eines besonderen Orts zu öffnen. Um dich auf die Energie dieser Kraftplätze einzulassen, solltest du offen dafür sein, auf dein Herz zu hören, und den Verstand ruhen lassen.

An welchem Ort kannst du ganz bei dir sein? Welcher Platz gibt dir innere Kraft? Wo kommen deine Gedanken zu Ruhe? Wenn du an deinem Kraftort bist, dann weißt du es einfach. Es muss kein hinduistischer Tempel sein, sondern auch der kleine Hügel, den du immer beim Spazierengehen siehst, ein Felsen am Bachlauf oder der alte Baum in deinem Garten können eine besondere Magie ausstrahlen.

Letztlich ist die Natur, egal wie schlicht oder spektakulär, immer ein Mysterium und Wunder. Je bewusster du mit deiner Umgebung bist, desto intensiver kannst du das spüren. Dann treten dir die Tränen in die Augen, wenn du einen Schmetterling bei seinem Tanz beobachtest, oder dich überwältigt der Anblick eines kunstvoll verschlungenen Schneckenhauses.

 

„Wo immer du bist, sei die Seele dieses Orts.“

Rumi

Bist du bereit, in die Stille zu gehen, einfach in dich zu spüren und die Verbindung mit der Natur zuzulassen? Dem zu lauschen, was zwischen Himmel und Erde existiert? Lass die Energie deines Kraftorts durch dich fließen und beobachte, was er dir zu sagen hat. Dieser Ort kann dir Ruhe schenken, dich in deine Kraft bringen oder Emotionen hervorholen, die du schon lange vergessen hattest. Er begleitet dich auf deinem Weg der Selbsterfahrung.

Du bist das Zentrum deines Kraftorts. Jeder Kraftort ist ein Begleiter auf dem Weg zu deiner inneren Quelle. Diese Orte helfen dir dabei, zu dir selbst und zu der dir innewohnenden Kraft zu finden. Deshalb kann auch jede Parkbank oder sogar deine Wohnung zum Kraftort werden. Du kannst etwa deinen Meditationsplatz, deine Fensterbank, deine Terrasse zu einem besonderen Ort machen, an den du immer wieder zurückkommen kannst, wenn du auftanken möchtest. 

Auch imaginäre Kraftplätze, die du auf Fantasiereisen aufsuchst, können dein innerer Zufluchtsort sein. Fantasiereisen werden in der Meditation, aber auch in therapeutischen Kontexten eingesetzt. Denn auch an diesen inneren Orten kannst du Ruhe und ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit finden. Schließe die Augen und sei neugierig, wohin es dein Herz intuitiv zieht.

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