Du verwendest einen veralteteten Browser (Unknown Browser 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
Interview: Wie Spiritualität dein Leben bereichert
iStock

Interview: Wie Spiritualität dein Leben bereichert

Von Katharina Goßmann und Dana Schwandt

 

Erst mal was Grundlegendes: Muss ich weite Leinenkleidung tragen, mir ein Om tätowieren lassen und Sanskrit verstehen, um spirituell zu sein?

Das kann für einige so sein. Für mich ist es nicht so. Wie spirituell jemand ist, kann man nicht von außen erkennen. Jemand, der in Leinenkleidung und mit Om herumläuft, kann sehr spirituell oder überhaupt nicht spirituell sein – genauso gut wie jemand, der mit Hemd und Anzug im Topmanagement arbeitet. Spiritualiät ist eine innere Reise, die man in High Heels genauso gut beschreiten kann wie barfuß.

In deinem Podcast „Da ist Gold drin” lässt du Interviewpartner oft den Satzanfang „Spriritualität bedeutet...” vervollständigen. Also, Dana: Spiritualität bedeutet...? 

Spiritualität bedeutet für mich, immer mehr das loszulassen, was mich davon abhält, meine Essenz zu erkennen und zu leben. Diese Essenz ist der Stoff, aus dem alles gemacht ist – Liebe, Seele, Gott, wie auch immer man es nennen will. 

Im Alltag bedeutet das für mich, einerseits klassische Tools zu nutzen, um mich immer wieder aus den Verwirrungen und Anhaftungen meines Verstands zu befreien und nach innen zu besinnen. Also Meditation, Achtsamkeit, Yoga, Kontemplation und Selbststudium. Zum anderen bedeutet es aber auch, wertungsfrei, im Vertrauen und in Fülle zu denken, fühlen und handeln.

Das klappt natürlich nicht immer, vielleicht so 20 bis 30 Prozent der Zeit. Aber das ist mein spirituelles Muskeltraining, in jedem Moment, an jedem Tag. Alles enthält die Möglichkeit, meine Spiritualität zu üben. Ob ich gerade in Gehaltsverhandlungen mit unseren Mitarbeitern stecke, wir unseren Urlaub planen, meine Kinder sich streiten oder ich mit dem Hund rausgehe, während es in Strömen gießt. Das Universum hat das schon sehr schlau eingerichtet: Das Leben ist das spirituelle Klassenzimmer.

In deinem Buch „Made for more. Du bist für mehr gemacht” beschreibst du Spiritualität – neben Mindset, Berufung, Beziehungen und Gesundheit – als eine der fünf essenziellen Säulen, um ein erfülltes, glückliches Leben zu führen. Warum ist Spiritualität so wichtig, um den eigenen Weg zu gehen?

Ich glaube, wir brauchen ein grundsätzliches Vertrauen in uns selbst und in das Leben, um uns zu trauen, unsere kühnsten Träume ernst zu nehmen. Wenn wir davon ausgehen, dass wir durch Zufall geboren wurden, weil unsere Eltern Spaß hatten, und irgendwann einfach wieder verschwinden, fehlt uns der Lebenssinn. Dann macht nichts einen Unterschied, und die Gefahr ist sehr groß, sich im Außen zu verlieren – und niemals das Glück zu empfinden, das sich einstellt, wenn wir unabhängig von dem, was um uns herum passiert, im Inneren unsere ganze Lebendigkeit spüren. Wir verpassen dann, worum es eigentlich geht.


Sei du selbst – dein Inner-Change-Programm
Du willst 2021 zu deinem Jahr machen? In dem du voller Energie und Lebensfreude deinen Weg gehst und deine Träume manifestierst? Dann ist unser Programm mit Irina und Valentin Alex perfekt für dich! Denn die beiden haben ein kraftvolles Paket aus transformierenden Yoga-Sequenzen und inspirierenden Yogatalks für dich geschnürt, das dir hilft, dich in nur 21 Tagen neu auszurichten.
JETZT ANMELDEN

Kannst du uns eine oder mehrere spirituellen Konzepte/Ideen/Theorien verraten, die den größten positiven Einfluss auf dein Leben hatte(n)?

Ein Konzept, das mich seit vielen Jahrzehnten begleitet und gerade in den letzten Jahren sehr wichtig für mich geworden ist, ist Abhyasa-Vairagya. Es steht für die Balance zwischen dem Streben nach großen Zielen, in die wir unser ganzes Herzblut investieren, und dem Vertrauen, dass unsere Mühen Früchte tragen werden, während wir uns innerlich davon frei machen, wie genau das Ergebnis aussehen soll. Gerade als Unternehmer ein super schönes und gleichzeitig herausforderndes Konzept.

Spiritualität Dana Schwandt

Du schreibst in deinem Buch, dass es nicht unbedingt entscheidend ist, ob eine spirituelle Idee nachweisbar „stimmt” (z.B. „Das Universum meint es gut mit mir”), weil es in jedem Fall besser ist als die entsprechende negative Überzeugung („Das Universum meint es nicht gut mit mir”), die ja genau so wenig beweisbar ist. Das klingt ja eher pragmatisch als spirituell...

Ja, das ist sehr pragmatisch. Ich selbst bin sehr stark in meinem spirituellen Glauben verwurzelt, aber mir ist klar, dass es viele Menschen da draußen gibt, die keinen Zugang zur spirituellen Denkweise haben. Und das ist ok. Meine Absicht mit dem Buch ist es, auch diesen Menschen einen Zugang zu spirituellem Denken zu ermöglichen. Sie müssen an nichts glauben – sie können es einfach mal ausprobieren! Deshalb finde ich den Pragmatismus an dieser Stelle tatsächlich sehr spirituell.

Du sagst, dass Liebe der Stoff ist, aus dem das Universum besteht. Erzähl uns mehr von dieser wunderschönen Theorie!

Wie ich oben schon erwähnt habe, gibt es viele Begriffe für diesen „Urstoff”. Ich nehme gerne den Begriff Liebe, weil er so schön zeigt, was wir alle eigentlich sind – und zwar unabhängig davon, wie sehr wir uns in der Welt von diesem Konzept entfernt haben, wie ungerecht oder gemein wir gerade sind.

Der Begriff Liebe wird oft für das sehr persönliche Gefühl genutzt, das wir einigen Menschen gegenüber haben und anderen gegenüber nicht. Davon rede ich nicht! Sondern von nicht dinglicher, bedingungsloser Liebe. Die Liebe, die eine Mutter für ihr Kind fühlt – auch wenn sie gerade schwer genervt ist von diesem Kind, das vor der Kasse im Supermarkt einen Wutanfall hat. Die Liebe ist ja trotzdem da. Wie ein Hintergrund, eine Leinwand, auf der dann auch alle anderen Gefühle stattfinden können. Und so ist diese Liebe, auch wenn wir uns ihrer oft nicht bewusst sind, die Leinwand des Universums, auf der wir gemalt wurden. Auf der unser aller Leben stattfindet.

Es ist sehr heilsam, sich immer wieder mit diesem Gedanken zu verbinden und aus dieser Haltung heraus zu leben. Selbst wenn Verlust, Schmerz oder gar Trauma auf unsere Lebensleinwand gemalt wird, steht dir die universelle bedingungslose Liebe des Universums, der Urstoff, aus dem du gemacht bist, jederzeit zur Verfügung. 

Manche Menschen stehen Spiritualität grundsätzlich skeptisch gegenüber. Wie gehst du um damit, wenn Leute sagen: Das ist doch alles Quatsch, was du glaubst!

Auch da bin ich ganz pragmatisch. Ob jemand an spirituelle Prinzipien glaubt oder nicht, die Ergebnisse sprechen für sich. Ich führe eine unglaublich erfüllte Beziehung seit 18 Jahren, wir haben tolle, glückliche Kinder und ein sehr erfolgreiches Unternehmen. Das haben wir alles aufgebaut auf spirituellen Prinzipien, die für uns sensationell funktionieren. Und zwar sowohl in der materiellen Welt, als auch um wirklich glücklich zu sein.

Hast du einen Tipp für Menschen, die genau wissen, was sie an ihren inneren Überzeugungen ändern wollen und in welche Richtung sie gehen wollen, sich aber schwertun damit, ihre Theorien in die Tat umzusetzen?

Sei milde mit dir! Wir sind oft so hart mit uns. Selbstfürsorge ist der fruchtbare Boden, auf dem Weiterentwicklung passieren kann. Je härter wir mit uns selber sind, desto mehr bremsen wir uns selbst aus.

Außerdem braucht es Mut: Mut, uns selbst die Wahrheit darüber zu sagen, was wir uns eigentlich wünschen und was wirklich in unserem Inneren vorgeht. Fang an, dich anderen Menschen zu zeigen. Teile deine Gedanken, Ängste und auch deine Wünsche und Ideen, und bringe sie so als ersten Schritt in Sprache.

Gibt es noch irgendwas, was du gerne loswerden möchtest?

Spiritualität Dana Schwandt

Folge einfach der Freude! Wir sind nicht hier, um uns ständig selbst zu optimieren, besser in irgendetwas zu werden oder uns zu beweisen. Wir sind hier, um eine gute Zeit zu haben. Du weißt genau, was dir wirklich Freude bereitet. Auch wenn du manchmal denkst, du wüsstest es nicht. Wenn du ganz ehrlich zu dir bist, dann weißt du es. Denk dran: Du hast nur ein Leben... und du hast es verdient, in Freude zu leben. Geh einfach los! Es lohnt sich!

Danke für das Gespräch, Dana!


zurück nach oben