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Bild: Shutterstock

Gesundheitscheck für Yoga-Anfänger:innen

Von Anna Trökes

Grundsätzlich ist Yoga die perfekte Bewegungsart, um deine Gesundheit zu erhalten, präventiv zu stärken, Heilungsprozesse zu unterstützen und chronisch Erkrankte zu unterstützen. Denn Yoga baut nicht nur Muskeln auf sowie Verspannungen und Stress ab, sondern aktiviert und harmonisiert auch alle körpereigenen Systeme. So hilft es dem Körper, sich selbst gesund zu halten – und beugt ganz nebenher auch noch Zivilisationskrankheiten wie etwa Haltungsschäden und Rückenschmerzen oder auch stressbedingten Leiden wie Schlaflosigkeit und Verdauungsstörungen effektiv vor.

Zudem ist Yoga für jedes Alter und jedes Fitnesslevel geeignet, weil bei den unterschiedlichen Yogastilen für jede:n das Passende dabei ist. Du musst also weder flexibel, schlank oder sportlich sein, um mit Yoga zu beginnen! Beim Yoga ist absolut jede:r willkommen.

Auch die Verletzungsgefahr ist beim Yoga sehr gering: In der Yogastunde wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass du auf deinen Körper hörst, in dich hineinspürst und dich nur so weit forderst, wie es für dich heute stimmt.

Das wäre auch schon unser erster und wichtigster Tipp für eine sichere Yoga-Praxis, die deine Gesundheit optimal fördert: Nimm die Signale deines Körpers ernst! Wenn du merkst, dass du außer Puste kommst und dein Atem nicht mehr entspannt und gleichmäßig fließt, wenn deine Muskeln so ausgepowert sind, dass du nicht mehr stabil in den Haltungen stehen kannst, oder wenn du dich mental gerade total erschöpft fühlst, dann gehe einfach in die Haltung des Kindes:

Yoga Video Tutorial: Kindshaltung – BalasanaYogaEasy-Video abspielen
 

Aber auch wenn Yoga eine sanfte, verletzungsarme Bewegungart ist, ist nicht jede Yoga-Praxis jederzeit für alle Menschen geeignet. Deshalb haben wir hier für dich einen kleinen Gesundheitscheck zusammengestellt. Wenn du alle aufgeführten Punkte abgeklärt hast, kannst du dich (endlich) ganz entspannt dem Üben widmen.

1. Sprich mit deiner behandelnden Ärztin!

Wenn du eine schwere körperliche, psychische oder chronische Erkrankung hast oder starke Medikamente einnehmen musst, solltest du in jedem Fall zunächst mit deiner:m behandelnden Ärztin/Arzt abklären, inwieweit Yoga für dich geeignet ist. Falls sich diejenige/derjenige nicht mit Yoga auskennt, solltest du in jedem Fall abfragen, welche Bewegungen du vermeiden solltest und ob Meditation und Atemübungen für dich sinnvoll sind. Dann kannst du während des Übens selbst auf dich achten.

Je nach Erkrankung solltest du folgendes bedenken:

1. Ist dein Rücken gesund?

Viele Menschen fangen Yoga an, weil sie Rückenbeschwerden haben. Grundsätzlich ist das eine sehr gute Idee – Yoga bekämpft nämlich eine Vielzahl der Ursachen von Rückenschmerzen. Allerdings ist bei ernsten Problemen wie einem Bandscheibenvorfall oder nach einem Unfall Vorsicht geboten. Bitte sprich zuerst mit deinem zuständigen Rückenexperten, welche Übungen dir guttun und welche du vermeiden solltest. Zusätzlich solltest du unseren Artikel über rückenschonendes Yoga lesen.


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2. Wie steht es um deine Gelenke?

Ähnliches gilt für Knieprobleme und andere Gelenkbeschwerden. Grundsätzlich verbessert Yoga die Beweglichkeit deiner Gelenke und verhindert durch die Stärkung der umliegenden Muskulatur Verletzungen. Gerade bei Anfänger:innen besteht aber die Gefahr, dass durch ein Übermaß an Ehrgeiz – in Form eines erzwungenen Lotussitzes oder unkontrollierter Sprünge etwa – die Knie zu Schaden kommen können. Bei bestehenden Problemen hilft ein klärendes Gespräch mit deiner Ärztin/deinem Arzt. Lies gerne auch unseren Artikel, wie du knieschonend Yoga üben kannst.

3. Hast du Herz- oder Kreislaufprobleme?

Auch bei bestehendem Bluthochdruck, Herzbeschwerden und Stoffwechselstörungen solltest du zunächst eine:n Ärztin/Arzt konsultieren. Auch wenn es viele Studien gibt, die den positiven Einfluss von Yoga auf Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen belegen, und sanftes Yoga medikamentöse Behandlungen nicht nur unterstützen, sondern sogar ersetzen kann: Die endgültige Entscheidung darüber, ob Yoga gut für dich ist, solltest du zusammen mit der:dem Mediziner:in deines Vertrauens treffen.

4. Hast du eine Schilddrüsenkrankheit oder hormonell bedingte Beschwerden?

Wenn du unter Beschwerden leidest, die mit hormonellen Dysbalancen zusammenhängen, also Schilddrüsenproblemen, aber auch Endometriose, Gebärmuttererkrankungen, extremen Menstruationsbeschwerden oder Furchtbarkeitsproblemen, musst du erst mal mit deinen behandelnden Ärzt:innen abklären, inwieweit du hormonell wirksame Yoga-Übungen machen darfst. So reguliert der Schulterstand den Hormonhaushalt der Schilddrüse und regt die Produktion bestimmter Hormone an – damit ist er die optimale Position für Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, für alle mit krankhaft vergrößerter Schilddrüse aber verboten!

Besonders stark wirken Übungen aus dem Hormon-Yoga auf den Hormonhaushalt. Das kann etwa während der Wechseljahre sehr hilfreich sein, sich aber leider auch positiv auf das Wachstum von Wucherungen in der Gebärmutter (Myome etc.) und ähnliche Probleme auswirken.

5. Spezialfall: Psychische Krankheiten und Meditation

Meditation ist eine wirklich effektive Methode, um vor allem das psychische Befinden zu verbessern – der Geist wird klar, Stress wird abgebaut, die Perspektive auf dein Leben und die Welt wird eine entspanntere. Allerdings gibt es Krankheitsbilder, bei denen eine Meditationspraxis kontraindiziert ist. Bei Schizophrenie und schwerer Depression solltest du nicht meditieren, denn das kann dein Befinden verschlechtern, weil Meditation das Versinken in negative Gedanken und innere Bilderwelten fördern kann. Das soll dich aber nicht vom Yoga insgesamt abhalten: Gerade bei Depressionen kann nämlich eine sanfte Asana-Praxis Wunder wirken!


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2. Könntest du schwanger sein?

Diese Frage geht nur an Yoginis, also weibliche Yoga-Fans: Könntest du schwanger sein? Dann lies bitte unseren Artikel zum Thema Yoga in der Schwangerschaft.

3. Wie geht es dir heute?

Wenn du diese grundsätzlichen Fragen geklärt hast, solltest du zusätzlich vor jeder Yoga-Praxis in dich hineinhören und dich fragen, wie es dir heute geht.

Denn es gibt Situationen, in denen es nicht sinnvoll ist, Yoga zu üben:

  • Wenn du weißt, dass du eigentlich keine Zeit hast, du einen Anruf erwartest oder klar ist, dass du gestört werden wirst: In der Situation riskierst du nämlich, hastig und unkonzentriert zu üben und erhöhst damit deine Verletzungsgefahr.
  • Wenn du akut krank bist, also eine Erkältung, Grippe oder Entzündung hast: Wer krank ist, sollte sich schonen. Übe erst dann wieder, wenn du wirklich gesund bist, besonders wenn du Antibiotika einnehmen musstest.
  • Wenn du dich „irgendwie krank” fühlst: Wenn du dich überforderst, kannst du damit eine beginnende Erkrankung noch verstärken, z. B. Entzündungen, migräneartige Kopfschmerzen oder Nervenreizungen. An solchen Tagen ist Yin Yoga sehr empfehlenswert, denn dieser sanfte Stil baut Verspannungen und Blockaden ab und fördert die Selbstheilungskräfte deines Körpers.

Probier doch mal Yin Yoga zum Loslassen mit Ranja Weis:

Yoga Video Yin Yoga zum LoslassenYogaEasy-Video abspielen
 

Gegenanzeigen: Vorsicht bei diesen Yoga-Übungen

1. Umkehrhaltungen

Bei Augenerkrankungen wie dem Glaukom (Grüner Star) oder nach einer Netzhautablösung sollten Umkehrhaltungen, also Übungen, bei denen das Herz über dem Kopf positioniert ist, z. B. Handstand, Kopfstand, Schulterstand, eventuell aber auch schon der nach unten schauende Hund, vermieden werden, weil sie den Augeninnendruck erhöhen. Im Zweifelsfall bitte mit dem:der Augenarzt/-ärztin abklären!

Einige Yogastile sind übrigens der Meinung, dass Frauen während der Menstruation keine Umkehrhaltungen üben sollten. Hintergrund: Während es im Yoga Ziel ist, den Energiefluss umzudrehen und Energie nach oben zu bewegen, fließt die Energie während der Menstruation nach unten. Ein natürliches Gesetz, das, folgt man den alten Yogaschriften, respektiert werden sollte. Schulmedizinisch spricht allerdings nichts dagegen, sodass diese Entscheidung jeder Frau selbst überlassen bleibt.

2. Kopf- und Schulterstand

Die zwei beliebten Umkehrhaltungen (das sind Übungen, in denen das Herz höher positioniert ist als der Kopf) sind für Menschen mit Nackenproblemen und Halswirbelsäulenbeschwerden verboten. Besonders Anfänger:innen belasten aufgrund fehlender Balance und Kraft bei diesen Asanas Hals und Nacken oft falsch und können so echten Schaden anrichten. Auch wenn alle anderen auf den Schultern oder dem Kopf stehen, solltest du gut auf dich achten und alternativ einfach in den nach unten schauenden Hund kommen (hier von Petros Haffenrichter erklärt) – der ist nämlich auch eine Umkehrhaltung:

Yoga Video Herabschauender Hund - Adho Mukha SvanasanaYogaEasy-Video abspielen
 

Und jetzt wünschen wir dir viel Freude beim Yoga und gute Gesundheit!

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