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yoga geschichte historie
Bilder: mitchell ng lian an via unsplash, Wikipedia (s. Artikelende)

Die Geschichte des Yoga

Von Katharina Goßmann und Kristin Rübesamen

Vor rund 3500 Jahren: Geburtsstunde des Yoga

Die ersten Yogis werden vor etwa 3500 Jahren in den Veden (indischen Quelltexten) erwähnt, also etwa 1500 Jahre, bevor unsere Zeitrechnung beginnt. Die Rede ist dabei von heiligen Männern, die meditieren und Atemübungen machen. Es gibt aber auch deutlich ältere Darstellungen von Menschen in Yogahaltungen, sodass die Vermutung nahe liegt, dass Yoga schon früher in den Hochkulturen des Indus-Tals geübt wurde. So mancher Wissenschaftler sieht Anhaltspunkte dafür, dass Yoga schon vor 5000 Jahren in Indien praktiziert wurde.

Ob Yoga also 1500 vor Christus von den Indo-Ariern (genauer gesagt von den nomadischen Völkern der Aryas, die auch als Verfasser der Veden gelten) nach Indien „importiert” wurde oder aber schon vorher in Indien existierte: Die Entwicklung der Übungspraxis und der Philosophie passierte mit Sicherheit in Indien.

Falls wir moderne Yogis uns nicht zufällig für Archäologie interessieren, ist für uns vor allem ein Aspekt wichtig – dass die Menschen schon immer das Bedürfnis nach einem klaren Geist und innerer Ruhe hatten. 

Der religiöse Ursprung des Yoga

Yoga und Hinduismus: Der Gott Krishna

Der hinduistische Gott Shiva findet sich heute in vielen westlichen Yogastudios.

Fest steht, dass die Geschichte des Yoga zumindest von ihrem Ursprung her an Religion und Philosophie gekoppelt ist. Seit Jahrtausenden haben Asketen auf unterschiedlichen Wegen versucht, zu höherer Erkenntnis zu gelangen. Askese und Yoga galten als vielversprechende Methoden zur Weltentsagung, Triebkontrolle und Selbsterkenntnis. Damals galt der Körper lediglich als Instrument der Erkenntnis (auch als Erleuchtung bekannt), auf die man noch zu Lebzeiten hoffte. Die Aussicht auf Erlösung im Diesseits machte die teilweise quälenden Entsagungen und Entbehrungen des Körpers wett. 

Während dieses in religiöse Rituale eingebettete Yoga aus dem 6. Jahrhundert vor Christus heute seine Bedeutung verloren hat, hat die zwischen dem 5. und 2. vorchristlichen Jahrhundert in der Bhagavad Gita geforderte „Hingabe an Gott“ in der Gegenwart überlebt, wenn auch vor allem in seiner säkularisierten Form als „Hingabe an eine höhere Macht“: Spiritualismus statt Religion.


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2. bis 18. Jahrhundert: Die wichtigsten Quellentexte – Patanjali und die Hatha Yoga Pradipika

Zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 2. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich das klassisch-philosophische Yoga durch den Gelehrten Patanjali, der Selbsterkenntnis zum Ziel der Yoga-Praxis erklärt. Mit seinen Yoga-Sutra bietet er einen genauen Leitfaden, der sich später zur eigenständigen Methode entwickelt und große Bedeutung auf Konzentration und Meditation legt: den achtgliedrigen Pfad (auf Sanskrit: „Ashtanga“). Dieser Pfad beschreibt vor allem Raja Yoga, das neben Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Karma Yoga einen der vier großen Yoga-Wege darstellt.

Aus den nachfolgenden Texten, die zwischen dem 6. und dem 15. Jahrhundert entstanden sind und von Yogi Swatmarama in der „Hatha Yoga Pradipika“ zusammengefasst wurden, entwickelt sich jenes Hatha Yoga, das den Körper in den Vordergrund stellt – wenn auch nach wie vor in der Tradition von Patanjali mit dem Ziel, den Geist zu beeinflussen. Im Unterschied zu Patanjali unterscheiden die Hatha Yoga Pradipika immerhin schon zwischen etwa 14 Asanas, also körperlichen Yoga-Übungen. Ebenso wie die Hatha Yoga Pradipika konzentrieren sich die späteren Yogaschriften des Hochmittelalters und der beginnenden Neuzeit – Hatha Ratnavali (17. Jahrhundert), Gheranda Samhita (17./18. Jahrhundert) und Joga Pradipika (18. Jahrhundert) – auf Pranayama, die yogischen Atemübungen, Reinigungstechniken und geistige Versenkung.

Die Entstehung des körperlichen Yoga: Hatha Yoga

Dass im Hatha Yoga der Körper etwas Gutes ist und ins Zentrum rückt, macht diesen Zweig des Yoga in der heutigen Zeit am erfolgreichsten, weil er unserer materialistischen (mehr am Körper denn am Geist orientierten) Gesellschaft entspricht. Der Körper ist zwar nach wie vor ein Instrument, aber um eine tiefere Erkenntnis von der Welt (und vielleicht sogar Gott) zu bekommen, müssen wir dieses Instrument pflegen und beherrschen.

Hatha kann aus dem Sanskrit aber auch mit „Gewalt“ übersetzt werden. Die übersinnlichen Kräfte, für die sich die Hatha Yogis seit dem Mittelalter interessierten und mit denen sie für sich warben, ließen sich für kriegerische Zwecke instrumentalisieren. Anhänger des mittelalterlichen Matsyendranath und dessen Schüler Gorakshanath gründeten die Ordensbewegung des Shaiva Nath. Diese „Naths“ oder „Yogins“ waren begehrte Söldner, die sehr weltlich Handelswege des Subkontinents bewachten oder sich für regionale Freiheitskämpfe anheuern ließen.

Askese wurzelte hier nicht nur im Bedürfnis, Erleuchtung zu finden, sondern ganz handfest in der Vorbereitung für den Kampf. Asketen verdingten sich überall auf der Welt seit Jahrhunderten als Soldaten. Die Entsagung diente also klarer Machtpolitik. Sobald die britischen Kolonialherren indischen Boden betraten, entwaffneten sie diese unheimlichen, paramilitärischen Truppen. Arbeitslos geworden, wichen die Asketen in die Schaustellerei, beschmierten sich publikumswirksam mit grauer Asche und zeigten als Bettler auf Märkten ihre Tricks. Das Wunder der Enthaltsamkeitskünstler verbreitete sich rasch und wurde von europäischen Reisenden mit einer Mischung aus neidvollem Schock und Ekel beschrieben.

14. bis 20. Jahrhundert: Yoga bei den europäischen Christen

Nachdem der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama Ende des 14. Jahrhunderts den Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung nach Indien entdeckte, war der Weg frei für christliche Missionare, Indien zu missionieren. So wurde von Goa, dem Zentrum des Christentums in Asien, aus bis 1774 durch die Inquisition dafür gekämpft, dass die Inder ihre alte „heidnische Religion“ nicht ausübten. Yoga galt in den Augen der Kolonialherren fälschlich als „hinduistisch“ und daher als „teuflisch“. Aber auch in der englischen Kolonialzeit (1756 bis 1946) galt Yoga als indische Tradition, die es durch Werte der anglikanischen Konfession zu ersetzen gab.

Die Yoga-Renaissance im Europa des 19. Jahrhundert verdankte sich dem Bewusstsein eines Defizits. Die christliche Religion galt vielen als dogmatisch. Intellektuelle wie Wilhelm von Humboldt oder die Brüder Schlegel hatten Anfang des 19. Jahrhundert den Grundstein für die Schwärmerei für Indien im europäischen Geistesleben gelegt. Auf einmal gehörte es unter Gelehrten zum guten Ton, Sanskrit zu studieren. Vor allem August Wilhelm von Schlegel war als erster Inhaber eines Lehrstuhls für Indologie verantwortlich für diese Entwicklung, nachdem er die Bhagavad Gita erstmalig ins Lateinische übersetzte und 1823 zusammen mit der Devanagari-Originalschrift veröffentlichte.

Seit dem 19. Jahrhundert: Yoga im Westen

Swami VivekandandaFür die Geschichte des modernen Yoga fällt der Startschuss in Chicago im Jahr 1893, als Swami Vivekananda, ein gebildeter Guru aus Kalkutta, vor dem „Parliament of Religions“ das amerikanische Publikum mit der Anrede „Brüder und Schwestern“ verblüffte und für Yoga erwärmte. Als der Mönch die Bühne zur Überraschung der Organisationen betrat, uneingeladen und in ungewohnter ockerfarbener Robe, sorgte seine Rede für großen Wirbel: Für den Hindu waren alle Religionen gleich, sie alle führten zu Gott – so wie alle Ströme im Meer mündeten. Vivekananda war nervös vor seinem Auftritt, die Nacht zuvor hatte er in einem Güterzug geschlafen, aber er ließ sich nicht abbringen und nutzte die historische Chance. Seine Rede traf ins Schwarze. Fortan reiste er durch die Welt – und wurde auf Dinner Partys eingeladen: der perfekte Markenbotschafter in einer Welt, die sich nach neuen Impulsen sehnte. Neben Vivekananda gab es noch einige andere große Yoga-Meister, die die Philosophie und Praxis auch im Westen berühmt machten – etwa Swami Sivananda oder Paramahamsa Yogananda, ebenfalls in den USA.

Die hauptsächlich physische Yoga-Praxis, wie wir sie heute kennen, hat vor allem T. Krishnamacharya massiv geprägt. Zwei seiner Schüler brachten sie dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer modernen Form in den Westen: Sri K. Patthabi Jobs und B.K.S. Iyengar. Patthabi Jois hat Ashtanga Yoga definiert, einen sehr disziplinierten und kraftvollen Yogastil, der auf einer bestimmten Abfolge von Asanas beruht. Das heute in Europa und den USA so beliebte Vinyasa Yoga – auch Power Yoga – ist eine direkte Weiterentwicklung der Ashtanga-Praxis. B.K.S. Iyengar war als Kind eher kränklich und konnte durch seine Yoga-Praxis bei Krishnamacharya vollkommen gesunden. Er selbst entwickelte einen ganz eigenen Stil, bei dem die exakte Ausrichtung in den Asanas im Vordergrund steht: Iyengar Yoga.

Yoga heute: Von der Sinnsuche zu Bier-Yoga

Seit der New-Age-Bewegung in dern 1960er- und 70er-Jahren hat die Yoga-Praxis ihren Weg in die westlichen Metropolen gefunden. Inzwischen gibt es in Großstädten an jeder Straßenecke ein Yogastudio. Zahlreiche Studien haben die Wirkung der Übungen auf die Gesundheit belegt – und täglich erfahren Menschen wie Asanas, Pranayama und Meditation ihnen dabei helfen, entspannter, fitter und gesünder zu leben. Ständig neue Trends von Ziegen-Yoga über Lach-Yoga bis hin zu Bier-Yoga beweisen: Yoga ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und das sowohl in seinem Ursprungsland Indien als auch im Westen.

Exkurs: Die Geschichte der Yoga-Übungen

Wie und wann die körperlichen Yoga-Übungen nun genau entstanden sind, darüber streiten sich die Gelehrten. Die einen glauben, dass Yoga-Übungen Tausende von Jahren alt sind, die anderen halten Asanas für die Erfindung westlicher Sportler. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Aber dazu später mehr. 

Zuerst wollen wir dir die zwei schönsten Legenden zum Ursprung vorstellen!

Yoga-Übungen aus Sicht der yogisch-hinduistischen Tradition

Legende 1: Shiva und der Fisch

Nach der Legende wollte Shiva seine Frau Parvati in die Lehre des Tantra einführen. Sie setzten sich in ein Boot und fuhren einen Fluss entlang (eine andere Version besagt, dass sie am Meeresstrand saßen) und Shiva dozierte vor sich hin. Nach einer Weile nickte Parvati ein. Shiva bemerkte das und fragte „Schläfst du?“. Statt Parvati antwortete ihm ein Fisch, der schon die ganze Zeit neben dem Boot hergeschwommen war: „Nein, ich höre dir aufmerksam zu.“

Shiva erkannte, dass der Fisch eigentlich der Fischer Matsyendra war (andere sagen, dass sich Matsyendra in einem Fisch verborgen hatte) und führte statt Parvati den aufmerksamen Matsyendra in die Lehre des Tantra ein. Unter anderem beschrieb er 84 Yoga-Übungen. Matsyendra trug die Lehre des Tantra weiter und gilt daher manchen als der Begründer des Hatha Yoga.

Matsyendra, der Fisch

Legende 2: Yogis im Wald

Als die ersten Yogis sich in die Einsiedelei ihrer Wahl zurückzogen – Wälder, Berge etc. – meditierten sie den ganzen Tag, nur unterbrochen von den notwendigsten Verrichtungen. Bald bekamen alle Probleme mit ihren Körpern. Egal, wie stark der innere Wunsch zu meditieren war, der Körper machte einfach nicht mehr mit. Sie kamen auf die Idee, den Körper mit Übungen zu stärken. Da sie nur von Tieren umgeben waren, ließen sie sich davon inspirieren und erfanden so neue Asanas. Kobras, die ihre Köpfe nach oben streckten = Bhujangasana, Hunde, die sich nach oben reckten = Urdhva Mukha Shvanasana, und nach unten = Adho Mukha Shvanasana, Adler = Garudasana, Tauben = Kapotasana.

Asanas in der Yoga-Literatur

So schön diese Legenden sind – nachzuweisen sind sie nicht. Die Recherche in der einschlägigen Yoga-Literatur bringt da belastbarere Ergebnisse. In den drei wichtigsten Yoga-Büchern werden allerdings nur einige wenige Asanas erwähnt.

1. Patanjalis Yoga Sutra

Im Vers 2.46 schreibt der weise Patanjali, dass die Sitzposition beim Yoga stabil, bewegungslos und bequem sein sollte.

2. Bhagavad Gita

Der Krieger Arjuna erwähnt ebenfalls nur, dass Yoga im Sitzen praktiziert werden soll.

3. Hatha Yoga Pradipika

Die Pradipika beschreibt folgende Asanas:

1. Svastikasana (die sitzende Meditationshaltung in Form einer Svastika) – das bei uns als Hakenkreuz bekannte Symbol ist im Hinduismus, im Buddhismus und im Jainismus ein religiöses Glückssymbol.

Yoga-Übung Svastikasana

2. Gomukhasana (das Kuhgesicht) 
Yoga-Übung Gomukhasana

3. Virasana (die sitzende Helden-Stellung)
Yoga-Übung Virasana

4. Kurmasana (die Schildkröte)
Yoga-Übung Kurmasana

5. Kukkatasana (der Hahn): Lotus auf zwei Händen balanciert
Yoga-Übung Kukkatasana

6. Uttana-Kurmasana (die aufgerichtete Schildkröte)
Yoga-Übung Uttana-Kurmasana

7. Dhanurasana (der Bogen)
Yoga-Übung Dhanurasana

8. Matsyendrasana (Drehsitz, benannt nach dem Yogi und „Fischmeister“ Matsyendra, s. oben)
Yoga-Übung Matsyendrasana

9. Paschimottanasana (die sitzende Vorbeuge)
Yoga-Übung Paschimottanasana

10. Mayurasana (der Pfau)
Yoga-Übung Mayurasana

11. Shavasana (die Totenstellung)
Yoga-Übung Shavasana

Die Pradipika erwähnt auch, dass Shiva 84 Yoga-Übungen weitergegeben hat (s. oben Shiva und der Fisch), und nennt als die vier essenziellsten:

  • Siddhasana (Position des Erleuchteten)
  • Padmasana (der Lotussitz)
  • Simhaasana (der Löwe)
  • Bhadrasana (der Schmetterlingssitz)

Yoga-Sitze

Diese Grundlagen-Werke erklären also nicht, wie so viele und so wirkungsvolle Asanas entstanden sind. Tatsächlich ist die Reise des Yoga und damit die Entwicklung der Yoga-Übungen über mehrere Jahrhunderte und viele prägende Persönlichkeiten wie Krishnamacharya bis in westliche Fitnessstudios ein komplexes und hochinteressantes Thema.

Yoga-Übungen im Wandel der Zeit

Die meisten Yoga-Übungen, die wir im Westen praktizieren, werden also weder in den yogischen Literatur-Klassikern erwähnt noch wurden sie von Shiva oder halbnackten Yogis in einem indischen Wald erfunden. Vielmehr haben im Laufe der Zeit nicht nur etliche von einem Guru ausgebildete Yogis neue Yoga-Traditionen gegründet, neue Positionen entwickelt, Techniken aus verwandten körperlichen und geistigen Disziplinen (von Pilates bis Autogenes Training) ins Yoga integriert – auch Aerobic-Lehrerinnen, Martial-Arts-Fans und Personal Trainer von prominenten Schauspielerinnen haben sich die Yoga-Übungen genommen und sie mit ihrem Wissen, ihren Schwerpunkten und ihren Interessen weiterentwickelt und so verändert.

Im Yoga gibt es keinen Papst, der weltweit bestimmt, welche Yoga-Übung eine offizielle Asana ist oder festlegt, wie sie genau ausgeführt wird und wie sie heißt. Deshalb bleibt die Familie der Yoga-Übungen eine dynamische, die sich mit der Zeit und der Gesellschaft verändert. Viele Yogis der ersten Stunde und solche, die sehr klassische Stile praktizieren, bedauern das – sie haben Angst davor, dass die Essenz der Yoga-Übungen in den Irrungen und Wirrungen des Zeitgeists verloren geht und am Ende nur ein modernes Work-out übrig bleibt. Andere genießen die Lebendigkeit und die Anpassungsfähigkeit der Yoga-Übungen und argumentieren, dass diese in modernen Gesellschaften anderen Ansprüchen und Bedürfnissen genügen müssen und der westliche Yogi auf ganz anderen Ebenen abgeholt und angesprochen werden muss.

Und noch eine Frage: Warum haben Yoga-Übungen so komische Namen?

Asanas haben ursprünglich Namen, die aus dem Sanskrit kommen. Sanskrit ist eine heilige Sprache, die laut Hinduismus den Menschen direkt von den Göttern gelehrt wurde. Auch Asana ist ein Sanskrit-Wort und heißt auf deutsch „Sitz“. Im übertragenen Sinn bedeutet es „mit dem zurechtkommen, was da ist“, das heißt sich nicht ablenken zu lassen und in der Situation (also der jeweiligen Yoga-Übung) gelassen und gleichmütig zu bleiben.

Yoga-Übungen werden in vielen Stunden bei ihrem ursprünglichen Namen in Sanskrit genannt. Das ist nicht nur eine Hommage an ihre Herkunft, sondern auch von Nutzen, weil sich so eine internationale Sprache des Yoga entwickelt hat, die es ermöglicht, überall auf der Welt ein Yogastudio zu besuchen.

Es gibt wie gesagt auch „moderne“ Asanas, also solche, die erst kürzlich von westlichen Yogis erfunden wurden. Diese Asanas sind häufig unter ihrem englischen Namen bekannt: „Happy Baby“ oder „Wild Thing“/„Rockstar Pose“. Das bedeutet aber nicht, dass sie keinen Sanskrit-Namen haben. Solche Sanskrit-Namen sind dann meist eine Übersetzung des englischen Namens oder eine Beschreibung der Haltung.


Lesetipp: Marc Singleton: „Yoga Body – The Origins of modern Posture Practice“, 2010 Oxford Press

Bildnachweise:

Swami Vivekananda: Ramakrishna Mission Delhi - Ramakrishna Mission Delhi. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons


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