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10 Fragen an René Hug
René Hug

10 Fragen an René Hug

Von Kristin Rübesamen

Der Schweizer René Hug unterrichtet Yoga wie die Schweiz: sportlich, gründlich, voller Genuss. Am überraschendsten sind sein Humor und seine angenehme Lässigkeit. Statt des Himalaya das Matterhorn – vielleicht sind es wirklich das Majestätische dieser Berge, die ewige Stille und das Vertrauen in diese Stille, die sich in Renés Unterrichtsstil wiederfinden.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

Auf diese Frage möchte ich lieber nicht mit einer Zahl antworten, da sich mein „Glücklichsein”-Empfinden gerade in der momentanen schwierigen Zeit immer wieder ändert. Aber was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich glücklich und froh bin, gesund zu sein, ein Dach über dem Kopf zu haben und keinen Hunger leiden zu müssen.

Was mir allerdings doch sehr fehlt, sind meine gewohnten sozialen Kontakte und die vielen offenen Gespräche der Vergangenheit, die mich immer sehr bereichert haben.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Mein erster Kontakt mit Yoga war für mich ein unvergessliches Erlebnis und so prägend, dass ich von Anfang an immer wieder in die Yogastunde gehen wollte. Besonders hatte mich dabei fasziniert, wie ich meinen Körper und das, was in ihm vorgeht, plötzlich ganz anders wahrnahm und anfing, viel bewusster zu atmen. Ich weiß noch ganz genau, dass ich nach der Stunde bemerkte, wie ich plötzlich ganz anders ging als noch vor der Stunde. Das war für mich sehr eindrücklich.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Mein Ehrgeiz hat sich in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass ich gelernt habe, nicht immer alles sofort erreichen zu wollen beziehungsweise zu können. Dass manche Dinge einfach Zeit und Geduld meinerseits benötigen. Natürlich habe ich Ziele, die ich gern erreichen will, Dinge, die ich mir vornehme und die ich gern umsetzen möchte. Allerdings ist es durchaus auch ein Thema bei mir, dass ich manchmal zu hohe Ansprüche an mich stelle und eine Neigung zum Perfektionismus habe. Dadurch erhöhe ich den Druck auf mich nur und mache mir künstlich mehr Stress, als dies durch meine Projekte sowieso schon der Fall ist. Mittlerweile schaffe ich es allerdings auch immer häufiger, mir meiner Stärken bewusst zu werden und zu erkennen, was meine Werte im Leben sind. Das gibt mir gewissermaßen einen Ausgleich zum Druck und Stress.

4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Zu Beginn war es meine Überzeugung, dass ich Yoga ganz für mich alleine behalten möchte und nur für mich praktizieren will. Aber nach mehreren Vertretungsstunden, aufgrund von verhinderten Yogalehrern, bei gleichzeitigem guten Feedback der Teilnehmer, bin ich dann irgendwie in das Unterrichten hineingerutscht. Daraus wurde dann ziemlich schnell eine gemeinsame Leidenschaft – von mir und meinen Schülern.

In meinem Unterricht habe ich von Anfang an Wert darauf gelegt, dass der Unterricht ruhig abläuft und dass den Teilnehmern meines Unterrichts bewusst wird, dass sie auf der Matte nicht dazu „verdonnert” sind, schon wieder Leistung zu erbringen. Vielmehr sollen sie zur Ruhe kommen, die Stille in sich spüren und beginnen, die Bedürfnisse ihres Körpers und Geists zu erforschen. Sie sollen erleben können, wer sie wirklich sind. Es soll ihnen bewusst werden, dass es bei verschiedenen Menschen durchaus vorkommen kann, dass die gleiche Asana aufgrund des unterschiedlichen Körperbaus und vorhandener Einschränkungen unterschiedlich aussehen kann. Dass die Wirkung, die diese Asana auf den Körper und Geist hat, aber die gleiche ist. In diesem Sinne gibt es nicht wirklich ein Richtig-oder-Falsch beim Praktizieren.


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5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Ich bin ja der Meinung, dass wir nicht wirklich irgendetwas besitzen in diesem Leben. Aber ich liebe meinen Mini Cooper Countryman und genieße es sehr, dieses Auto zu fahren.

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Atha Yoga-anushasanam wird ja übersetzt mit „Jetzt Yoga – eine Einführung in die Erfahrung”. Für mich ist dieses „Mach es jetzt” ein schönes Mantra. Denn ist es nicht so, dass wir in unserem Leben immer wieder Ausreden finden, etwas gerade jetzt nicht zu tun. Warum warten? Tu es jetzt... Lebe es jetzt... Genieße es jetzt... LIEBE JETZT!

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Viele Beziehungen sind meiner Meinung nach deshalb so schwierig, weil die Menschen in diesen Beziehungen entweder zu viele eigene Baustellen mit sich herumtragen, die sie noch nicht angegangen haben, oder weil sie an den anderen Erwartungen haben, die dieser nicht erfüllen kann.

Beim Thema „eigene Baustelle” fällt mir dann auch gleich der Spruch ein: „Du kannst nur dann einen anderen Menschen lieben, wenn du zuerst dich selbst lieben kannst.” Oder wie es auch schon vor 2000 Jahren formuliert wurde: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.”

Yoga ist sicherlich EINE Möglichkeit, wie der Mensch zu dieser Selbstliebe gelangen kann. Denn es hilft dir, deine Baustellen zu erkennen, und gibt dir den Mut, diese anzugehen.

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Noch nie! Nicht, seit dem ich anfing, auf diesem Weg zu gehen. Ich denke, das muss ich ein wenig erklären. Wer sich entschließt, auf diesem Weg zu gehen, bekommt jede seiner Schwächen und Verfehlungen gezeigt. Täglich werden wir auf diesem Weg dazu eingeladen, an diesen Schwächen und vermeintlichen Verfehlungen zu arbeiten. Auf dem Yogaweg zu gehen, bedeutet nicht, perfekt zu sein oder ein Ziel zu erreichen. Es bedeutet, auf einer ständigen Reise zu sein, bei der man mal gute und mal schlechte Tage hat. Aber immer wieder besinnt man sich darauf, was der Sinn und Zweck dieser Reise ist, nämlich heute ein besserer Mensch zu sein, als wir es gestern noch waren.

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Im richtigen Moment schlagfertiger zu sein.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga kann nichts, was du selber nicht möchtest! Yoga kann dir helfen, Fähigkeiten und Erkenntnisse zu erlangen, die dich in die Lage versetzen, deine Herausforderungen im Leben zu bewältigen und deine Probleme lösen zu können.


Hier hörst du René in unserem Podcast „Besser leben mit Yoga” in einem Gespräch über Yin und Restorative Yoga:


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