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10 Fragen an Kai Hill
Kai Hill

10 Fragen an Kai Hill

Von Merle Blankenfeld

Kai Hill ist nicht nur waschechter Berliner, sondern auch Gründer von Yogatribe, dem Anusara-Studio in Berlin-Mitte. Seine erste Yogastunde hat er 1995 gemacht – es hat aber bis 2007 gedauert, bis Kai bei einem Anusara-Workshop mit John Friend seine bis heute andauernde Yoga-Liebe entdeckt hat. Inzwischen unterrichtet er nicht nur schon lange selbst, sondern bildet auch angehende Yogalehrer aus – natürlich im Anusara Yoga. Hier steht er uns Rede und Antwort.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

In dem Moment, in dem mir jemand diese Frage stellt: 10. Natürlich habe ich auch richtig schlechte Tage. Aber sobald ich Aufmerksamkeit auf mein Leben bringe, gibt es so viel, wofür ich dankbar bin. Ich kann mit Yoga meinen Lebnsunthalt verdienen, bin super dankbar für meine Frau und Kinder und dafür, dass ich gesund bin. Ich wechsele zwischen Berlin und Marbella, also zwischen cooler Kultur und Strand und Sonne. Klingt jetzt sicherlich sehr nach Klischee, aber Drama gibt es auch bei mir.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Meinen ersten Kontakt hatte ich in New York City während meines Studiums an der Columbia University. Es gab da diesen super-riesen Gym an den Chelsea Piers, und es gab noch nicht so viele Yogastudios. Hier war ich umzingelt von 40 Yogafrauen, und als die Stunde vorbei war, hatte ich dieses mir bis dato komplett unbekannte Körpergefühl von Ruhe und Aufgedrehtheit zugleich. Kennst du das?

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Oha. Killerfrage. :) Also früher definitiv viel mehr als heute. Ich möchte etwas bewirken in meinem Leben. Es gibt da diese Aspekte, die man in seinem Leben normalerweise in Stellung bringt: 1. Love, 2. Significance/Bedeutung, 3. Certainty/Sicherheit,  4. Growth/Wachstum,  5. Contribute/Teilnahme. Ich bin definitiv in dieser Dauerschleife von Significance und Growth.

Der entscheidende Unterschied zu früher ist, dass ich jetzt nicht mehr darunter leide, da mein yogisch erworbener Grundsatz lautet, nur so viel in der Zeit zu machen, die ich realistisch habe (mehr ginge ja eh nicht!) und zu versuchen, Spaß an den Dingen zu haben, die ich mache.


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4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Das war ein langer Prozess bei mir, mich überhaupt für eine Lehrerausbildung anzumelden. Ich wusste gar nicht, ob ich unterrichten mochte. Jedoch war ich nach einer Woche Teacher Training so angefixt, dass ich sofort alle meine Freunde zum Yoga überredet habe und meine ersten Stunden gab. Es war ein Traum, und die Verbindung zu den Schülern wollte ich nicht mehr eintauschen.

5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Autos! Ich liebe schnelle Autos und fahre meinen BMW mit Leidenschaft. 

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Yoga meint Verbindung, die Verbindung von uns als Individuum mit dem Göttlichen. „Anusahasanam” meint hier so viel wie „präsentieren, ausbreiten”. Für mich steckt der Schlüssel für das erste Sutra in dem Wörtchen „Atha”. Atha heißt „jetzt“. Ich denke, es gibt hier mehrere Interpretationsmöglichkeiten: „Jetzt beginnt Yoga (für dich) – jetzt präsentiere/eröffne ich (der Autor) dir Yoga – jetzt ist die Zeit für dich gekommen”. Denn Yoga ist immer eine Einladung. Und in dem Moment, in dem wir das erste Sutra lesen, ist Patanjali, ist die Weisheitslehre des Yoga, zu uns gekommen. Das Buch, das Sutra, die Weisheit, Yoga kommt zu uns. Wir sind also JETZT bereit dafür, die Lehren zu empfangen.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Yoga widmet sich der Achtsamkeit im Umgang mit anderen. In meiner jetzigen Beziehung zu meiner Frau, einer Yogalehrerin und ausgebildeten Achtsamkeits-Trainerin, ist vieles anders als in meinen Beziehungen davor, aber vieles auch so menschlich gleich. Beziehungen sind Arbeit, tägliche Arbeit. Immer die Wertschätzung zu zeigen und Dinge für den anderen zu tun. Kleine Dinge im Haushalt, aufräumen, Müll wegbringen, Bett machen, Blumen kaufen. Meine Frau nennt das „Love Language”. Haha. Aufmerksam für die Bedürfnisse des anderen zu sein. Achtsam im Umgang miteinander zu sein.

Die Liebe ist meiner Meinung nach eine Instanz, die immer über allem steht und aus mir heraus kommt. Aber manchmal habe ich nicht die Ruhe und das große Bild, dieser Instanz den Raum zu geben. Dann bin ich genervt und ungeduldig und so gar nicht in meinem Zentrum. Dann meditiere ich und besinne mich auf das Dankbare in meiner Beziehung und meinem Leben. Das lässt das Licht dann heller scheinen.

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Ich komme jeden Tag vom Yogaweg ab in Kleinigkeiten. Der Yogaweg ist so umfassend. Und ich bin noch von der Heiligkeit entfernt. ;)

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Geduld.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Yoga kann die Dinge nicht ändern, die passieren. Das wollen wir aber ständig. Yoga kann uns das Annehmen dessen lehren, was passiert. Die Veränderungen anzunehmen, das Vergängliche, aber es kann die Zeit nicht zurückdrehen.

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