Du verwendest einen veralteteten Browser (Unknown Browser 0.0) mit Sicherheitsschwachstellen und kannst nicht alle Funktionen dieser Webseite nutzen. Hier erfährst du, wie einfach du deinen Browser aktualisieren kannst.
10 Fragen an Irina Alex
Max Plenge

10 Fragen an Irina Alex

Von Kristin Rübesamen

Das Verrückte an Irina Alex ist ihre Ruhe. Immer, wenn man denkt, die schockt wirklich gar nichts, kommt ein knapper Kommentar von ihr, als wohnt unter den wunderschönen Locken eine uralte, weise Seele. Woher weiß sie nur so viel? Sie unterrichtet seit 2005 Yoga und hat gemeinsam mit ihrem Mann Valentin das „Yoga Team Berlin” gegründet. Im Interview verrät sie uns, wie ihre erste Yogastunde war, warum sie für Ehrgeiz zu faul ist und wie Yoga in der Liebe helfen kann.

1. Auf einer Skala zwischen 1 und 10: Wie glücklich bist du jetzt gerade?

Ich bin gerade sehr zufrieden auf 10 und glücklich auf 8.

2. Wie war dein erster Kontakt mit Yoga?

Mein erster Kontakt mit Yoga war in einem Fitnessstudio während einer sehr harten und intensiven Arbeitsphase im Theater, in der ich schon einige Wochen nicht mehr richtig schlafen konnte. Ich hatte die erste Yogastunde (das war Sivananda Yoga) und konnte plötzlich wieder durchschlafen. Das hat mich so geflasht, dass ich da sofort wieder hinwollte.

3. Wie ehrgeizig bist du? Leidest du unter den Ansprüchen, die du dir selbst stellst?

Ich bin nicht ehrgeizig in dem Sinne – dafür bin ich zu faul. Wenn ich etwas wirklich will, schmeiße ich mich mit 150 Prozent hinein, das würde ich aber eher als Leidenschaft bezeichnen. Ich setze mich selten selbst unter Druck, und wenn mir etwas nicht mehr bekommt (bei der Arbeit, in der Beziehung, im Leben generell), dann höre ich sofort auf damit.

4. Warum hast du dich entschieden, Yoga auch zu unterrichten? Was ist das Besondere an deinem Unterricht?

Ich habe mich ganz naiv dafür entschieden, Yoga zu unterrichten, weil es mir selbst so gutgetan hat. Ich habe wirklich geglaubt, dass das Unterrichten genauso für mich sein würde wie das Praktizieren, was natürlich nicht so ist. Aber während ich ins Unterrichten hineingewachsen bin, habe ich bemerkt, wie schön es ist, anderen Menschen etwas Gutes auf dieser Ebene zu tun. Theater tut das auch, aber auf eine andere Weise. Für mich ist es dieser Flow, in den ich komme, wenn ich etwas tue, das für mich absolut stimmig ist und mich mit tieferem Sinn erfüllt, den ich absolut liebe.

Das Besondere an meinem Unterricht ist vielleicht, dass ich absolut authentisch bin. Fühle, was der einzelne Mensch, aber auch die Gruppe gerade braucht, und dass ich so vielfältig unterrichte, wie ich auch praktiziere. Da kommt Vinyasa zusammen mit Elementen aus dem Kundalini und Forrest Yoga und ab und zu auch eine Cardio-Einheit.

5. Welchen irdischen Besitz schätzt du am meisten?

Den irdischen Besitz, den ich gerade am meisten schätze, ist unsere Wohnung. Mir hat noch nie vorher eine Wohnung gehört, und sie ist eine so wunderbare Heimat und ein Refugium.

6. Was bedeutet das erste Sutra aus Patanjalis Yoga Sutra, Atha Yoga-anushasanam, für dich?

Das erste Sutra von Patanjali bedeutet für mich frei übersetzt: Yoga beginnt JETZT! Das bedeutet für mich, dass wir in jeder Yoga-Praxis wieder neu und frisch beginnen – voller Neugierde, was an diesem Tag, in diesem Moment auf unserer Matte passiert. Dass es immer nur JETZT sein kann – ohne die Praxis von heute mit gestern zu vergleichen oder Erwartungen an die Praxis (und Leistung und das, was dabei herauskommen wird) von morgen zu haben.

Und dass wir jederzeit immer wieder neu beginnen können können.

7. Was hat Yoga mit Liebe zu tun (und warum sind Beziehungen manchmal so schwierig)?

Yoga bedeutet ja im großen Sinne Einheit/Verbindung, und wir beschäftigen uns dabei mit uns als Menschen – mit all den Mustern, all den Glaubenssätzen und Verhaltensweisen, die recht unbewusst in uns sind, bis wir sie uns ansehen. Dabei hilft uns die Yoga-Praxis und -philosophie, und ich denke, genau so sollten wir uns unter ähnlichen Aspekten unsere Beziehungen ansehen.

Wenn wir selbst immer bewusster werden und unser Gegenüber auch, dann gelingt Beziehung leichter, weil beide auch bei sich selbst schauen. Eine Beziehung ist – so wie Yoga – ein nicht enden wollender Lernprozess, und als Basis davon steht die Liebe. Wenn Bewusstheit sich mehr und mehr entfaltet, wenden wir uns mehr und mehr den/dem anderen zu, wir entwickeln uns aufeinander zu und werden dankbar für die Andersartigkeit unseres Gegenübers, das uns so viel lehren kann. Das bringt uns tiefer und tiefer in eine reife Ebene der Liebe und in wahre Einheit und Verbindung.


Das Liebes-Yogaprogramm
Selbstliebe, Partneryoga und Lust! Erlebe die körperlichen und emotionalen Wirkungen von Yoga und komme dir selbst wieder näher. Für Paare und Singles!
JETZT ANMELDEN

8. Wann bist du zuletzt vom Yogaweg abgekommen?

Ich bin noch nie wirklich vom Yogaweg abgekommen, seit ich im August 1999 angefangen habe zu praktizieren. Er wandelt sich nur beständig.

9. Welche Tugend würdest du am liebsten besitzen?

Ich würde manchmal gern ohne Vorurteile und Wertung sein können. Manchmal hilft die (Be-)Wertung aber auch, Situationen richtig einzuschätzen.

10. Was kann Yoga – und was kann Yoga nicht?

Für mich kann Yoga unglaublich viel – es kann Körper und Seele stärken, einem wichtige Einsichten über sich selbst geben, ein Anstoß sein, sich selbst besser zu behandeln und gesünder zu leben, und vieles mehr. Ich glaube sogar, das gilt für die meisten Menschen, aber natürlich wiederum nicht für alle, denn nicht allen entspricht Yoga.

Und wenn jemand mit schweren psychischen Problemen Yoga praktiziert, kann es vielleicht lindern und unterstützen, aber keine Therapie ersetzen.


Hier hörst du Irina in unserem Podcast:

zurück nach oben